Kritik an De Blasio
Polizist in New York beerdigt
publiziert: Samstag, 27. Dez 2014 / 19:27 Uhr / aktualisiert: Samstag, 27. Dez 2014 / 21:44 Uhr

New York - Eine Woche nach dem Mord an zwei Polizisten in New York sind Tausende Menschen zur Beerdigung eines der Beamten zusammengekommen. Neben Familie und Freunden versammelten sich am Samstagmorgen (Ortszeit) Polizisten aus dem ganzen Land in einer Kirche im Bezirk Queens.

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Bei dem Gottesdienst war der Sarg des getöteten Polizisten mit der grün-weiss-blauen Flagge der New Yorker Polizei bedeckt. "Wir werden ihn sehr vermissen", sagte Pastor Ralph Castillo. Dutzende Kollegen des Toten eskortierten den Sarg in die Kirche.

"Die ganze Stadt trauert aus vielen Gründen, aber der persönlichste ist, dass wir einen so guten Mann verloren haben und die Familie so viel Schmerz erleidet", sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio zu den Trauernden.

"Seele des ganzen Landes berührt"

"Dieser Mord hat die Seele des ganzen Landes berührt", sagte US-Vizepräsident Joe Biden bei der Trauerfeier. Er zeigte sich aber optimistisch, dass der Konflikt überwunden werden könne. "Diese Stadt hat Mut und Charakter und hat schon die grössten Herausforderungen überstanden. Ich bin absolut sicher, dass dieser Geist hier auch weiter existiert", sagte Biden.

"Ich glaube, dass die Polizei in dieser Stadt mit so unglaublich unterschiedlichen Menschen dem Land zeigen kann, wie man jede Kluft überbrückt." Auch Gouverneur Andrew Cuomo sagte, nichts werde "unsere New Yorker Familie besiegen und auseinanderbringen".

Rache für Polizeigewalt gegen Schwarze

Das Opfer, ein 40-jähriger zweifacher Vater, war am vergangenen Samstag gemeinsam mit einem 32 Jahre alten Kollegen mit Kopfschüssen getötet worden. Der Täter, ein 28 Jahre alter Afroamerikaner, hatte sich später in einer U-Bahn-Station selbst erschossen.

Er hatte zuvor in sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei hinterlassen und sich wütend über den Tod zweier Schwarzer bei Polizeieinsätzen geäussert. Der zweite getötete Polizist soll beerdigt werden, sobald seine Familie aus China angereist ist.

Kritik an De Blasio

Viele Polizisten der Millionenmetropole hatten den mit einer Schwarzen verheirateten Bürgermeister De Blasio zuvor scharf kritisiert, weil er den zahlreichen Demonstranten gegen Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA seine Unterstützung signalisiert hatte. Nach den Morden an den beiden Beamten hatte De Blasio allerdings um eine Aussetzung der Demonstrationen gebeten.

Trotzdem protestierten auch bei der Trauerfeier zahlreiche Polizisten gegen den Bürgermeister. Einige hielten Schilder hoch, andere drehten sich mit dem Rücken zu einer Leinwand, auf der die Ansprache De Blasios übertragen wurde.

Bereits am Freitag war auf einem Banner an einem kleinen Flugzeug über dem Hudson-River in New York zu lesen: "De Blasio - wir kehren Dir den Rücken zu."

(bert/sda)

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