Potenzial des Solarstroms wird unterschätzt
publiziert: Mittwoch, 28. Sep 2011 / 17:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 28. Sep 2011 / 17:46 Uhr

In den aktuellen Diskussionen um Atomausstieg-Szenarien wird die Photovoltaik immer erwähnt. Man attestiert ihr endlich eine massgebliche Bedeutung in der zukünftigen Stromversorgung ? doch die der Photovoltaik zugesprochenen Potenziale sind immer noch in den meisten Fällen zu konservativ.

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Auch im Zwischenbericht zu den angepassten Energieszenarien des Bundesamtes für Energie vom vergangenen Juni wird die Solarenergie konservativ eingeschätzt: Bis im Jahr 2035 sollen maximal 2900 GWh aus Solaranlagen stammen, bis im Jahr 2050 bis zu 10?400 GWh. Das wären 5 Prozent, respektive 18 Prozent unseres heutigen Strombedarfs.

Doch Swissolar hat anlässlich der Photovoltaik-Tagung vom 14. März 2011 aufgezeigt, dass deutlich mehr und dies vor allem rascher machbar wäre. Bereits 2025, also nach Wegfall ungefähr der Hälfte der heutigen AKW-Leistung, könnte Solarstrom 20 Prozent des heutigen Strombedarfs abdecken.

Solarbranche fordert 20% Solarstrom bis 2025

Ein zentrales Argument für die höhere Forderung von Swissolar sind die verfügbaren Flächen: Rund 200 km2 bestens geeignete Dach- und Fassadenflächen auf unseren Gebäuden warten darauf, für die Solarenergienutzung eingesetzt zu werden. Weitere Potenziale gibt's beispielsweise auf Lärmschutzwänden oder Lawinenverbauungen. Für die Produktion von 12?000 GWh (ein Fünftel des heutigen Stromverbrauchs) genügen gerade mal 90 km2. Ein durchschnittlicher jährlicher Zubau auf einer Fläche von 6 km2 genügt, um das Ziel von 20% Solarstrom bis 2025 zu erreichen. Und das Gute daran ist: Die Hälfte dieses Zubaus könnte besonders kostengünstig und ästhetisch überzeugend auf Neubauten erfolgen, denn die Gebäudefläche in der Schweiz nimmt jährlich um etwa drei Quadratkilometer zu. Die Berechnungen zeigen zudem, dass bis 2050 noch deutlich mehr als 20% Solarstrom möglich sind, ohne dass dabei Anlagen auf der grünen Wiese erstellt werden müssen.

Photovoltaik-Anlagen sind eine sinnvolle Investition

Die Preise für Photovoltaik-Anlagen sinken weiterhin rasant: Allein im laufenden Jahr erwarten wir in der Schweiz eine Absenkung um 15-20%. Auch in den folgenden Jahren dürfte die Absenkungsrate bei 10% liegen. Dies ganz im Gegensatz zu den Strompreisen ab Steckdose - hier sind Klimaschutzmassnahmen, steigende Öl- und Gaspreise sowie Sicherheitsanforderungen an AKW preistreibende Faktoren. Dies führt dazu, dass die Mehrkosten für Solarstrom laufend sinken. Der Aufbau einer Produktionskapazität für 12?000 GWh Solarstrom könnte deshalb mit dem bestehenden Instrument der kostendeckenden Einspeisevergütung finanziert werden, wobei der Aufschlag pro Kilowattstunde konsumierten Stroms temporär auf maximal drei Rappen steigen würde - pro Durchschnittshaushalt sind das weniger als 10 Franken pro Monat. Die so erstellten Anlagen produzieren anschliessend während über 30 Jahren praktisch kostenlos Strom!

Forschung und Weiterbildung sind nötig

Parallel zur kostendeckenden Einspeisevergütung braucht es verstärkte Anstrengungen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung sowie angewandte Forschung. So kann sichergestellt werden, dass die neuen Solaranlagen fachgerecht aufgebaut werden. Ebenfalls wichtig ist ein zielgerichteter Ausbau der Stromnetze zu «Smart Grids»: Dank der vorwiegend dezentralen Struktur der Stromproduktion sind zwar kaum zusätzliche Übertragungskapazitäten nötig, aber es braucht Massnahmen, um die unregelmässig anfallende Produktion der erneuerbaren Energieträger optimal mit dem Verbrauch in Einklang zu bringen.

Wasserkraft, Solarstrom, Stromeffizienz sind die Standbeine unserer zukünftigen Stromversorgung

Die Schweiz ist prädestiniert für einen raschen und weitgehenden Umstieg auf eine erneuerbare Stromproduktion: Die Wasserkraft liefert bereits jetzt 60% des Bedarfs und ergänzt den Solarstrom ideal.

Wichtig ist jedoch, dass die zu erwartende Elektrifizierung verschiedener Bereiche (z.B. neue Geräte, Wärmepumpen) durch Energiesparmassnahmen mindestens kompensiert wird, damit der Stromverbrauch nicht weiter ansteigt. In einer Übergangsphase dürfte es zudem Sinn machen, mit dezentralen Blockheizkraftwerken bestehende Heizungen zu ersetzen. Diese liefern zusätzlichen Winterstrom und ersetzen ineffiziente bisherige Heizungen, womit auch dem Klimaschutz Rechnung getragen wird.

>siehe Weiterführende Links: Der Swissolar-Plan: 20% Solarstrom bis 2025

(Gastautor David Stickelberger/ETH-Zukunftsblog)

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