Powell drängt Venezuela zur Annahme des Carter-Plans
publiziert: Samstag, 25. Jan 2003 / 08:36 Uhr

Washington - US-Aussenminister Colin Powell hat Regierung und Opposition in Venezuela aufgerufen, auf die Vorschläge des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter einzugehen. Nur so könne ein Ausweg aus dem seit Wochen schwelenden Machtkampf gefunden werden.

Der Carter-Plan sei eine exzellente Ausgangsbasis, um einen Ausweg aus der derzeitigen Sackgasse zu finden, sagte Powell auf einem Ministertreffen der Staatengruppe Freunde Venezuelas in Washington. Der Gruppe gehören neben den USA Brasilien, Chile, Mexiko, Spanien und Portugal an.

Der venezolanische Oppositionsdachverband Demokratische Koordination zeigte sich gesprächsbereit. Wir sind absolut gewillt, den Streik zu beenden, wenn die internationale Gemeinschaft die Regierung zu einer Lösung der Krise durch Wahlen bewegt, sagte ein Sprecher in Caracas.

Die Gegner von Präsident Hugo Chávez kündigten unterdessen für Samstag eine 24-stündige Massenkundgebung in Caracas an. Die Demontranten wollten für eine baldige Volksabstimmung über die Absetzung des Präsidenten auf die Strasse gehen.

Die Vorschläge des Friedensnobelpreisträgers Carter sehen eine Volksabstimmung über den Verbleib von Chávez im Amt oder eine Verfassungsergänzung zur Verkürzung seiner Amtszeit vor. Von der Opposition verlangt Carter, im Gegenzug ihren seit beinahe sieben Wochen anhaltenden Generalstreik zu beenden. Chávez´ Amtszeit endet regulär erst 2006.

(pt/sda)

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