Powell wirft Sudan Völkermord vor
publiziert: Donnerstag, 9. Sep 2004 / 21:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Sep 2004 / 08:17 Uhr

New York - US-Aussenminister Colin Powell hat der sudanesischen Regierung erstmals vorgeworfen, in Darfur tatenlos einen Völkermord zuzulassen. Gleichzeitig regte Washington im UNO-Sicherheitsrat die Bildung einer internationalen Kommission für Darfur an.

Laut Powell seien viele Menschen in einer verzweifelten Lage. (Bild: Archiv)
Laut Powell seien viele Menschen in einer verzweifelten Lage. (Bild: Archiv)
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Sie soll den Tatbestand des Völkermordes in der westsudanesischen Region untersuchen. Die Untersuchungskommission gehört zu den Kernpunkten des Entwurfs für eine neue Sudan-Resolution, den die USA in Kürze im Sicherheitsrat einbringen wollten.

Sollte die Kommission offiziell befinden, dass es sich in Sudan um Völkermord handelt, wären die Vereinten Nationen verpflichtet, aktiv zu werden. Weiterhin soll die Kommission die Schuldigen der (Menschenrechts-)Verstösse in Darfur ausfindig machen, damit diese zur Rechenschaft gezogen werden können, heisst es in dem amerikanischen Resolutionsentwurf.

Die US-Regierung sei zu dem Schluss gekommen, dass in Darfur Völkermord begangen worden sei und vermutlich noch anhalte. Die Regierung in Khartum und die Dschandschawid-Milizen trügen dafür die Verantwortung, sagte Powell in einer Anhörung im US-Senatsausschuss für ausländische Beziehungen.

Zehntausende Menschen bedroht

Das Leben von zehntausenden Menschen sei weiterhin bedroht. Viele Menschen seien in einer verzweifelten Lage und wir müssen ihnen helfen, sagte Powell weiter.

Die Auswertung von Tausenden von Dokumenten und Zeugenaussagen über das Morden und die Verfolgungen in der Region im Westen Sudans belegen nach den Worten Powells den Völkermord.

Nach den Vorstellungen Washingtons soll der UNO-Sicherheitsrat der sudanesischen Regierung ein Embargo gegen die Erdölwirtschaft des afrikanischen Landes für den Fall androhen, dass innerhalb von 30 Tagen keine wirksamen Schritte gegen die arabischen Milizen in der Darfur-Region erkennbar sind.

Die Dschandschawid-Milizen terrorisieren seit Monaten die schwarzafrikanische Bevölkerung von Darfur. Sie haben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen bereits mehr als 50 000 Menschen getötet und etwa 1,4 Millionen in die Flucht getrieben.

(bert/sda)

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