Präsident Gusmão vereidigte Regierung von Osttimor
publiziert: Montag, 20. Mai 2002 / 11:56 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Mai 2002 / 15:19 Uhr

Dili - Nach mehr als 400 Jahren Fremdherrschaft hat Osttimor seine Unabhängigkeit erlangt und trat als 192. Staat in die Weltgemeinschaft ein. Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) wurde die Flagge der Vereinten Nationen eingeholt und das schwarz-rot-gelbe Banner Osttimors gehisst.

Xanana Gusmao (Mitte) hat Osttimor in die Unabhängigkeit geführt.
Xanana Gusmao (Mitte) hat Osttimor in die Unabhängigkeit geführt.
Im Beisein von UNO-Generalsekretär Kofi Annan begann mit der Zeremonie auch die Amtszeit des osttimorischen Präsidenten Xanana Gusmão. In seiner ersten Rede als Staatsoberhaupt rief der ehemalige Unabhängigkeitskämpfer zur Versöhnung mit der früheren Besatzungsmacht Indonesien auf.

Der Internationalen Gemeinschaft dankte er für die Unterstützung beim Streben nach Unabhängigkeit und verkündete unter Applaus: "Wir sind jetzt einer von Euch." Wenige Stunden später vereidigte Gusmão die neue 25-köpfige Regierung unter Ministerpräsident Mari Alkatiri.

Der aus Ghana stammende UNO-Generalsekretär Annan betonte, die Zeremonie sei für ihn genauso bewegend wie die Unabhängigkeit seines eigenen Landes vor 45 Jahren.

Das Parlament, hervorgegangen aus der im vergangenen August gewählten verfassungsgebenden Versammlung, ratifizierte bei seiner ersten Sitzung den Beitritt zu den Vereinten Nationen. Anschliessend wurde die von Gusmão und Alkatiri unterzeichnete Resolution feierlich dem UNO-Generalsekretär überreicht.

Die Zeremonie wurde von mehreren zehntausend Osttimorern und Vertretern aus 92 Ländern verfolgt, unter ihnen der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Die einstige portugiesische Kolonie ist mit ihren 740'000 Einwohnern das ärmste Land Asiens.

Indonesien hatte 1975 den Ostteil der Insel Timor besetzt, nachdem die portugiesischen Kolonialherren abgezogen waren. 1999 entschieden sich die Osttimorer in einem Referendum für die Unabhängigkeit. Daraufhin überzogen pro-indonesische Milizen den Inselteil mit brutaler Gewalt und vertrieben ein Drittel der Osttimorer.

Schliesslich schickten die Vereinten Nationen eine internationale Friedenstruppe und übernahmen die Verwaltung der Inselhälfte. Auf die erste demokratisch gewählte Führung warten deshalb schwere Aufgaben.

41 Prozent der etwa 750'000 Einwohner leben unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, besonders unter Jugendlichen. Es mangelt Osttimor an Geld für Gesundheits- und Bildungsprogramme. Für den Wiederaufbau erhält Osttimor in den kommenden drei Jahren insgesamt 440 Millionen US-Dollar ausländischer Hilfen.

(sk/sda)

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