Plagiats-Affäre
Präsident Ungarns will nicht zurücktreten
publiziert: Freitag, 30. Mrz 2012 / 10:51 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 1. Apr 2012 / 08:03 Uhr
Pal Schmitt ist kein Doktor mehr.
Pal Schmitt ist kein Doktor mehr.

Budapest - Der ungarische Präsident Pal Schmitt lehnt nach der Aberkennung seines Doktortitels einen Rücktritt ab. Er sehe «keinen Zusammenhang» zwischen der Plagiatsaffäre und seinem Amt, sagte Schmitt am Freitag im ungarischen Fernsehen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Seine Doktorarbeit bezeichnete er als «ehrliches Werk», das er nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe. Den Verlust seines Titels erkenne er an, sagte Schmitt bei seinem mit Spannung erwarteten Fernsehauftritt. Jedoch entspreche seine Arbeit «den vor 20 Jahren gültigen Regeln».

«Ich habe noch genügend Energie», sagte der 69-Jährige und kündigte an, «im Alter von 70 Jahren» noch einmal zu promovieren, «um zu beweisen, dass ich dazu in der Lage bin».

Die Aberkennung des Doktortitels war am Donnerstag von den Gremien der Semmelweis-Universität in Budapest beschlossen worden. Die ungarische Opposition forderte daraufhin einstimmig Schmitts Rücktritt. Regierungschef Viktor Orban sagte im Radiosender MR1, die Entscheidung über einen Rücktritt liege «ausschliesslich» bei Schmitt.

Termine abgesagt

Die von Schmitt vorgelegte Doktorarbeit aus dem Jahr 1992 befasst sich mit der Geschichte der Olympischen Spiele. Die ungarische Wirtschaftswochenzeitung «HVG» hatte im Januar enthüllt, dass der grösste Teile der Dissertation aus einer Übersetzung einer Arbeit des bulgarischen Experten und Diplomaten Nikolaj Georgiew aus den 1980er Jahren abgeschrieben worden war.

Eine Expertenkommission bestätigte den Befund, dass Schmitt seine Dissertation zum grossen Teil abgeschrieben hatte. Schmitt war am Donnerstag von einem Besuch in Südkorea zurückgekehrt, vermied aber zunächst jeden Kontakt mit den Medien.

Nach der Aberkennung seines Doktortitels sagte der Staatspräsident am Freitag sämtliche Termine ab. Das teilte das Präsidialamt am Morgen in Budapest mit. Schmitt hätte unter anderen den slowenischen Aussenminister Karl Erjavec empfangen und am Abend in Wien eine Kunstausstellung eröffnen sollen. Die Absagen hatten Spekulationen um einen möglichen Rücktritt Schmitts weiter angeheizt.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Budapest - Ungarns Staatspräsident Pal Schmitt ist nach einer Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zurückgetreten. ... mehr lesen
Ungarns Präsident Schmitt tritt nach Plagiatsaffäre zurück.
Schickte sein ganzes Land in den April: Ungarischer Staatspräsident Schmitt
Etschmayer Soso, Emmentaler mit Gecko-Technologie, Google-Maps im 8-Bit-Nintendo-Stil und Asylbewerber in privaten Luftschutzkellern: Auch in diesem Jahr wurde April-Gescherzt, was das Zeug hält. Doch einige Dinge waren ... mehr lesen 2
Budapest - Im Zuge des Plagiatsskandals um die Doktorarbeit des ungarischen Staatspräsidenten Pal Schmitt hat der Rektor der beteiligten Budapester Semmelweis-Universität seinen Rücktritt angekündigt. mehr lesen 
Budapest - In Ungarn haben am Samstag hunderte von Demonstranten den Rücktritt von Präsident Pal Schmitt gefordert, ... mehr lesen
Pal Schmitt will trotz der Aberkennung seines Doktortitels im Amt bleiben.
Pál Schmitt, ungarische Staatspräsident
Budapest - Der Senat der Budapester Semmelweis-Universität hat dem ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Budapest - Der ungarische Staatspräsident Pal Schmitt ist unter Plagiatsverdacht geraten: Der Politiker soll seine 1992 eingereichte Doktorarbeit zum Thema Olympische Spiele in der Neuzeit zum Grossteil aus einem Werk des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew abgeschrieben haben. mehr lesen 
Beppe Grillo.
Beppe Grillo.
Italien  Rom - Italiens populistische Fünf-Sterne-Bewegung um den früheren Kabarettisten Beppe Grillo bröckelt weiter: Am Montag verabschiedeten sich drei weitere Parlamentarier von der Partei, nachdem in den vergangenen Wochen bereits mehrere «Mandatare» die Gruppierung verlassen hatten. 
Weg mit dem Euro.
Grillo präsentierte Anti-Euro-Referendum in Rom Rom - Der Gründer der populistischen italienischen Fünf-Sterne-Bewegung, Beppe Grillo, hat am Donnerstag in Rom seine ...
Nach Schulmassaker  Islamabad - Nach dem Taliban-Massaker in einer Schule in Peshawar will die pakistanische Regierung ...  
Die Polizei ist auf der Suche nach Verdächtigen fündig geworden. (Symbolbild)
Was für ein Mensch kann ein Kind töten? - Mahnwache in einem Meer von Kerzenlicht beim Anschlagsort.
Tausende gedenken getöteter Schüler an pakistanischer Schule Peshawar - Nach dem blutigen Taliban-Angriff auf eine Schule im pakistanischen Peshawar haben tausende Menschen ...
Mehrere Taliban-Kämpfer in Pakistan getötet Peshawar - Bei Gefechten und einem US-Drohnenangriff in den Stammesgebieten im ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1103
    Zum Börsencrash noch etwas Auch hier sieht man wieder, wie rechtslastiges Denken die Dinge ... heute 18:46
  • Kassandra aus Frauenfeld 1103
    Ich kann mir helfen, aber diese Kommentare erregen immer Widerspruch in mir. Man kann die ... heute 18:33
  • StBuschi aus Bremgarten 1
    Bild zum Bericht Typisch schlechte Recherché, da wird über die Mafia berichtet und als ... heute 15:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2633
    Tunesien... ist anscheinend das einzige Land des "Arabischen Frühling", welches ... heute 12:25
  • PMPMPM aus Wilen SZ 166
    Gute Analyse... ...aber die Schnittmenge zwischen Salonsozialisten und Intellektuellen ... heute 11:43
  • Kassandra aus Frauenfeld 1103
    Man wird nicht klug aus dem Hin und Her! Zuerst heisst es , Russland sei nicht Partei in dem Konflikt, dann ... gestern 20:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2633
    Die... Geldquellen des IS versiegen langsam, da die Raffinerien von der ... gestern 16:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2633
    Wenn... die russischen Medien sachlich Westpropaganda analysieren und ... gestern 13:12
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich -1°C 5°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel -1°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 1°C 6°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern -2°C 6°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern -1°C 8°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf -2°C 9°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 3°C 10°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten