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Präsident der Malediven spricht von Putsch
publiziert: Mittwoch, 8. Feb 2012 / 07:26 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Feb 2012 / 18:37 Uhr
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Ban Ki Moon ist Befürworter einer friedlichen Lösung.
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New York - Der nach einer Meuterei der Polizei zurückgetretene Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, ist nach eigenen Angaben mit Waffengewalt zum Rücktritt gezwungen worden.

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Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP warf er am Mittwoch seinem Nachfolger Mohammed Waheed Hassan vor, in den Putsch verwickelt gewesen zu sein. Dieser bestritt dies und kündigte an, eine Regierung der nationalen Einheit bilden zu wollen.

Nasheed sagte AFP in einem Telefongespräch, er habe sich am Dienstag in das Hauptquartier der Armee begeben und sei dort auf rund 18 bewaffnete Polizei- und Armeeoffiziere «mittleren Ranges» gestossen. «Sie haben mir gesagt, dass sie ihre Waffen benutzen, wenn ich nicht zurücktrete.» Er sei gezwungen worden, «einen Rücktrittsbrief zu schreiben».

Nasheed hatte am Dienstag seinen Rücktritt verkündet, nachdem die Polizei gemeutert und den staatlichen Fernsehsender besetzt hatte. In den vergangenen Wochen hatte es anhaltende Proteste wegen der Verhaftung eines hohen Richters gegeben. Dieser hatte die Freilassung des zuvor verhafteten Oppositionsführers Mohamed Jameel Ahmed angeordnet.

Schwere Vorwürfe gegen Nachfolger

Nasheed erhob schwere Vorwürfe gegen seinen Nachfolger und bisherigen Stellvertreter Waheed, der am Dienstag wenige Stunden nach seinem Rücktritt vereidigt worden war. «Er hatte immer die Vorstellung, Präsident zu werden», sagte er. «Als sich ihm die Möglichkeit bot, hat er sie ergriffen.» Waheed sei eine «Marionette» der Sicherheitskräfte.

Vor Anhängern seiner Maledivischen Demokratischen Partei MDP in der Hauptstadt Male forderte Nasheed Waheed zum Rücktritt auf und drängte die Justiz, die Verantwortlichen für den «Staatsstreich» zur Rechenschaft zu ziehen.

Bei Protesten von Anhängern Nasheeds in Male kam es am Mittwoch zu Übergriffen. Der bisherige Aussenminister Ahmed Naseem sagte der Nachrichtenagentur dpa, Unterstützer Waheeds und Polizisten hätten die Demonstranten angegriffen, unter denen auch der bisherige Präsident gewesen sei. «Sie waren auf einem friedlichen Marsch.»

Mehrere Menschen seien verletzt worden. Ein Reporter schätzte die Zahl der Demonstranten auf 4000.

Waheed wies die Umsturzvorwürfe zurück. «Es ist falsch, die Vorgänge als Staatsstreich zu bezeichnen», sagte er vor Journalisten. «Wir wussten nicht, dass dies passieren würde.»

Er hob zugleich ein zuvor von der Polizei gegen Nasheed verhängtes Ausreiseverbot auf. In den kommenden Tagen wolle er eine «wahre Mehr-Parteien-Regierung» ernennen, sagte Waheed. Dieser würden auch islamistische Parteien angehören.

(bert/sda)

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