Präsidentenwahl in Kenia - Viele Tote bei Unruhen
publiziert: Montag, 31. Dez 2007 / 22:00 Uhr

Nairobi - Nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mwai Kibaki ist Kenia von einer Welle der Gewalt heimgesucht worden. Bei gewaltsamen Protesten und Zusammenstössen mit der Polizei starben seit Donnerstag mindestens 185 Menschen.

Raila Odinga muss bei der Kundgebung mit seiner Festnahme rechnen. (Archivbild)
Raila Odinga muss bei der Kundgebung mit seiner Festnahme rechnen. (Archivbild)
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Besonders brutal waren die Auseinandersetzungen in der Hafenstadt Mombasa. Dort wurden sechs Mitglieder von Kibakis Kikuyu-Volksgruppe mit Buschmessern erstochen. Daraufhin töteten Kikuyus drei Mitglieder von Odingas Luo-Volk ebenfalls mit Buschmessern.

Zwölfstündige Ausgangssperre

In der Hauptstadt Nairobi kamen mindestens 40 Menschen ums Leben, in der Oppositionshochburg Kisumu im Westen des Landes mindestens 53. Über die drittgrösste kenianische Stadt wurde eine zwölfstündige Ausgangssperre verhängt.

In vielen Landesteilen setzen sich die gewaltsamen Proteste fort, nachdem Amtsinhaber Kibaki am Sonntag als Sieger ausgerufen und sofort für eine zweite Amtszeit vereidigt worden war.

Raila Odinga wies das Wahlergebnis als gefälscht zurück

Herausforderer Raila Odinga wies das Wahlergebnis als gefälscht zurück und rief seine Anhänger für Donnerstag zu einer friedlichen Grossdemonstration in einem Stadtpark von Nairobi auf. Er forderte zudem eine Neuauszählung der Stimmen.

Der 62-jährige Politiker hatte ursprünglich für Montag zu einer Kundgebung aufgerufen und angekündigt, sich zum «Volkspräsidenten» zu erklären. Die Polizei verbot die Versammlung und drohte mit der Festnahme Odingas.

Odingas Partei Orange Democratic Movement (ODM) rief die Bevölkerung auf, das offizielle Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Auch Vertreter der Wahlkommission sprachen sich für eine unabhängige Überprüfung der Stimmauszählung aus.

Kibaki selbst zeigte sich in seiner Neujahrsansprache unbeeindruckt von der internationalen Kritik und kündigte harte Massnahmen gegen gewaltsame Demonstranten an: «Das Land hat gerade eine frei und faire Wahl hinter sich. Meine Regierung wird entschlossen gegen jene vorgehen, die den Frieden stören.»

(li/sda)

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