Zwei Polizisten verletzt
Präzisionsschütze tötete den Amokschützen von Chur
publiziert: Sonntag, 26. Mrz 2000 / 22:22 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Mrz 2000 / 07:42 Uhr

Chur - Bei einem blutigen Drama hat ein 22-jähriger Amokschütze am Sonntag in Chur einen Polizisten lebensgefährlich und einen zweiten mittelschwer verletzt. Der Amokläufer wurde am frühen Abend von einem Präzisionsschützen tödlich getroffen.

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Im Verlaufe des Sonntags hatte der Mann zudem einen fünfjährigen Polizeihund mit Schüssen getötet. Laut Kantonspolizei Graubünden wurden die Präzisionsschützen eingesetzt, nachdem der gewaltbereite 22-Jährige um 17.30 Uhr erneut aus der Wohnung geschossen hatte und dann auf den Balkon getreten war.
Der Täter war mit einem Sturmgewehr und einer Pistole bewaffnet. Versuche der Polizei, ihn zur Aufgabe zu bewegen, blieben trotz Beizug eines Psychologen ohne Wirkung. Der Schütze weigerte sich auch, mit Angehörigen zu sprechen.

In der Wohnnung verschanzt
Zuvor hatte sich der Mann, der Anfang Februar aus dem Kanton St. Gallen nach Chur gezogen war, den ganzen Tag in seiner Wohnung im fünften Stock eines Gebäudes am Rosenhügel bei der Brambrüeschbahn verschanzt und Polizei und Bevölkerung in Atem gehalten. Über die Motive des 22-Jährigen lagen zunächst keine Angaben vor.
Der polizeilich bekannte Amokschütze hatte am Morgen aus seiner Wohnung über zehn Schüsse auf den Wintergarten eines Restaurants am Rosenhügel abgegeben. Die Polizei wurde um 08.30 Uhr alarmiert.
Als die Beamten um 11.10 Uhr zum ersten Mal einschritten, schoss der Amokläufer und verletzte einen 31-jährigen Polizeigrenadier lebensgefährlich an Brust und Lunge. Der Zustand des Polizisten war am Abend stabil. Der Beamte war aber noch nicht ausser Lebensgefahr.
Ein weiterer, 35-jähriger Grenadier wurde im Treppenhaus des siebenstöckigen Gebäudes vermutlich durch einen Querschläger mittelschwer am Arm verletzt.

Bewohner evakuiert
Die Polizei hatte das Gebiet um den Churer Rosenhügel grossräumig abgesperrt. Die Kantonsstrasse von Chur nach Malix wurde in beiden Richtungen gesperrt. Zudem wurde der Betrieb der Luftseilbahn Brambrüesch aus Sicherheitsgründen eingestellt.
Die Bewohner des siebenstöckigen Mietshauses wurden zunächst angewiesen, in den Wohnungen zu bleiben und am späteren Nachmittag evakuiert. Insgesamt standen 70 Polizisten, Feuerwehrleute und Personen zur notfallmässigen medizinischen Versorgung im Einsatz. Auch hatte die Kantonspolizei Graubünden zur Verstärkung Beamte aus dem Ostschweizer Polizeikonkordat angefordert.

(klei/sda)

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