Premiere für Tanja Poutiainen
publiziert: Freitag, 26. Nov 2004 / 23:43 Uhr

Tanja Poutiainen hat für eine weitere Premiere gesorgt. Sie gewann in Aspen, Colorado (USA), den Riesenslalom und sorgte so für den ersten finnischen Sieg einer Finnin in dieser Sparte. Die stark fahrenden Nadia Styger (6.) und Marlies Oester (7.) sorgten für persönliche Bestmarken.

Tanja Poutiainen hat alle überrascht.
Tanja Poutiainen hat alle überrascht.
Über 9. Plätze waren Nadia Styger und Marlies Oester im "Riesen" bislang noch nicht hinaus gekommen.

Dass die Schwyzerin und die Berner Oberländerin diese Marke im ersten Riesenslalom der neuen Weltcup-Saison unterbieten könnten, durfte nach dem ersten Lauf, der den Fahrerinnen bei stetem Schneefall und schlechter Sicht "Blindflüge" bescherte, nicht unbedingt erwartet werden. Nadia Styger, mittlerweile zur Leaderin im Schweizer Frauen-Team aufgestiegen, war da allerdings anderer Meinung.

"Ich war nach dem ersten Lauf noch nie so gut klassiert. Und im zweiten fahre ich ja meistens stärker."

Marlies Oester mit Asthma-Anfall

Die bald 26-Jährige aus Sattel liess den Worten Taten folgen und sorgte zusammen mit Marlies Oester für ein erfreuliches Resultat, auf dem sich aufbauen lässt.

Oesters Vorstellung ist umso erstaunlicher, zumal sie sich nach dem ersten Lauf mit einem Asthma-Anfall zum Inhallieren ins Hotel zurückziehen musste. Der Adelbodnerin gelang somit bei der ersten Möglichkeit genauso wie Nadia Styger die Rehabilitation für das miserable Abschneiden in Sölden. Vor fünf Wochen waren sie nicht über die Plätze 37. beziehungsweise 42 hinaus gekommen. Um eine Enttäuschung reicher ist dagegen Sonja Nef. "Ich bin von oben bis unten schlecht gefahren. Im Vergleich zum Training fühlte ich mich wie ein anderer Mensch", resümierte die Appenzellerin bei Halbzeit.

Am Nachmittag lief es der ehemaligen Dominatorin des Riesenslaloms nicht viel besser: 18. Schlussrang. Ebenfalls hinter den Erwartungen blieb Fränzi Aufdenblatten (26.) zurück. Fabienne Suter (36.), im vergangenen Winter wegen einer Fraktur des Schienbeinplateaus in linken Knie ausser Gefecht, verpasste in ihrem ersten Weltcup-Rennen seit fast zwei Jahren das Finale.

Diesmal Tanja vor Anja

In Sölden hatte sie sich noch mit Platz 2 hinter Anja Pärson begnügen müssen. Jetzt drehte die stets fröhliche Tanja Poutiainen den Spiess um und entschied das Duell gegen die Schwedin mit neun Hundertsteln Vorsprung für sich.

Nach dem ersten Durchgang hatte es allerdings nicht nach einem Sieg der vom Bündner Michael Bont gecoachten Nordländerin ausgesehen. Sechs Zehntel Rückstand auf die entfesselte Janica Kostelic schienen eine zu grosse Hypothek zu sein.

Doch die 24-Jährige aus Rovaniemi, seit gut einem Jahr in St. Gallen wohnhaft, schaffte es trotzdem und machte das (erste) Dutzend an finnischen Weltcup-Siegen perfekt. Die weiteren zehn Erfolge gehen auf das Konto von Kalle Palander. Anja Pärsons Rückkehr auf den Hang, auf dem sie vor zwei Jahren den Slalom gewonnen hatte, gestaltete sich schwierig.

Der Schwedin, die nach fünf Siegen im Riesenslalom erstmals wieder bezwungen wurde, macht eine schwere Erkältung zu schaffen, herrührend von einer Grippe, die in Nakiska schon die unmittelbare Vorbereitung auf die Nordamerika-Tournee beeinträchtigt und eine viertägige Trainingspause zur Folge gehabt hatte.

Dazu gesellte sich die mühsame Anreise nach Aspen. Wegen eines Verkehrsunfalls auf der Interstate 70 standen Anja Pärson und ihr Trainerstab mehrere Stunden im Stau und trafen in der Nacht auf Donnerstag erst gegen zwei Uhr morgens in Aspen ein.

Grandiose Janica Kostelic

Auch wenn sie nach dem ersten Lauf schon in Richtung ersten Sieg in einem Weltcup-Riesenslalom schielen durfte und sie am Ende "nur" Dritte wurde, darf sich Janica Kostelic als Siegerin fühlen.

Die Kroatin hatte nach Problemen mit der Schilddrüse, die im Januar dieses Jahres eine Operation notwendig gemacht hatten, und einem weiteren chirurgischen Eingriff im rechten Knie wenige Wochen später die gesamte letzte Saison verpasst.

Zwischenzeitlich liessen die neuerlichen gesundheitlichen Probleme sogar das Ende einer Karriere zum Thema werden, in der die Liste der Blessuren fast so lang ist wie jene mit den sportlichen Erfolgen. Doch Janica Kostelic hat die Zweifler und Schwarzmaler einmal mehr eines besseren belehrt, obwohl es diesmal noch nicht zum ganz grossen Triumph gereicht hat.

(kst/Si)

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