Pressefreiheit für EU nicht verhandelbar
publiziert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 13:17 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 14:01 Uhr

Strassburg - Im Streit um die Mohammed-Karikaturen hat die Europäische Union jede Einschränkung der Pressefreiheit abgelehnt.

José Manuel Barroso mahnte eine «verantwortlichen Nutzung» der Pressefreiheit an.
José Manuel Barroso mahnte eine «verantwortlichen Nutzung» der Pressefreiheit an.
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In einer Debatte im Europaparlament wurde Dänemark von vielen Seiten die volle Solidarität ausgesprochen. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte in der Dringlichkeitsdebatte im Europaparlament in Strassburg: «Meinungsfreiheit gehört zu den europäischen Werten und Traditionen. Ich sage ganz klar: Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar.»

Gleichzeitig mahnten Barroso und der österreichische EU-Vorsitz die Medien zu einer «verantwortlichen Nutzung» dieser Freiheit. Die Grenzen der Pressefreiheit seien da, wo religiöse Gefühle verletzt würden, sagte Hans Winkler, Staatssekretär im Wiener Aussenministerium.

Konstruktiver und friedlicher Dialog

Nach den gewalttätigen Reaktionen in mehreren moslemischen Ländern seien nun «beruhigende Schritte» zur Entspannung der Lage notwendig. In der Debatte forderten Parlament, Kommission und Ratsvorsitz, die EU müsse den konstruktiven und friedlichen Dialog mit der islamischen Welt fortsetzen.

Barroso sowie Vertreter aller Parlamentsfraktionen und der österreichische Ratsvorsitz sprachen derweil Dänemark ihre volle Solidarität aus. «Wer ein EU-Land angreift, der greift uns alle an», sagte der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion, Hans-Gert Pöttering.

»Freiheit ist weder geschmackvoll noch geschmacklos«

Für die Grünen warnte der deutsche Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit energisch vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit. «Wir als Politiker dürfen der Presse nicht vorschreiben, wo ihre Grenzen sind. Religionen würden immer Ziele von blasphemischen Karikaturen sein. »Freiheit ist weder geschmackvoll noch geschmacklos«.

Der ehemalige dänische Ministerpräsident und derzeitige sozialdemokratische Europaabgeordnete Poul Nyrup Rasmussen dagegen kritisierte die Karikaturen als »arrogant und respektlos«: »Extremisten haben dies ausgenutzt, um Hass und Gewalt zu schüren.«

(fest/sda)

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