Privat-Coach ist stolz auf Schurter
publiziert: Sonntag, 12. Aug 2012 / 23:14 Uhr
Nicolas Siegenthaler freut sich für seinen Schützling.
Nicolas Siegenthaler freut sich für seinen Schützling.

Hätte, wäre, würde - auch Nino Schurters Privat-Coach Nicolas Siegenthaler fragte sich nach dem Rennen, wie der Sieger geheissen hätte, wenn Jaroslav Kulhavy im letzten Aufstieg vor dem Ziel nicht eine Lücke gefunden hätte. Trotz leiser Enttäuschung meinte der Trainer: «Ich bin sehr stolz auf Nino.»

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Siegenthaler ist der Entdecker und Förderer von Schurters Talent. Seit elf Jahren hat er den Bündner Modell-Athleten unter seinen Fittichen. Mit seinen Trainingsmethoden hat er Schurter zu dem gemacht, was dieser heute ist: ein zweifacher Olympia-Medaillengewinner. Gestern hatte Siegenthaler keine Befugnis, um in London zu weilen. Deshalb verfolgte er den Wettkampf seines Schützlings als Experte des Westschweizer Fernsehens.

Siegenthaler meinte zum Renn-Ausgang: «Ich hatte lange gedacht, dass Nino es packen kann. Im Schlussaufstieg ist er dann halt seine Linie gefahren. Dieser Entscheid war nicht komplett falsch, denn dort war der Untergrund fester. Es hat sogar den französischen Trainer verwundert, dass er Kulhavy die Türe nicht zugeschlagen hat. Das wäre dann vielleicht etwas unfair gewesen. Nino hat eben die Werte mitgenommen, die ihm seine Eltern mitgegeben haben. Auch das zeichnet ihn aus.»

Man müsse es akzeptieren können, wenn trotz perfekt getimter Vorbereitung am Tag X ein Gegner noch besser sei. Die Zusammenarbeit zwischen Schurter und Siegenthaler dürfte weitergehen - obwohl die beiden keinen Vertrag miteinander unterzeichnet haben. «Nino ist wie ein Kind für mich», so der Coach. Gemeinsam werden sie wohl das Olympia-Projekt 'Rio de Janeiro 2016' anpacken. Bezüglich Mannschafts-Zugehörigkeit sieht es folgendermassen aus: Schurter hat wie sein (Marken-)Kollege Florian Vogel mit Thomas Frischknechts Scott-Swisspower-Team einen bis 2014 gültigen Vertrag.

Stirnemanns letzter Einsatz

Schon seit längerem ist klar, dass es nun auf dem Posten des Nationaltrainers zu einem Wechsel kommt. Mit 'London 2012' ist die Ära von Beat Stirnemann zu Ende gegangen. Ihm war in den letzten Tagen anzumerken gewesen, dass er gerne noch die Weltmeisterschaften von Anfang September in Saalfelden (Ö) mitgenommen hätte. An jenen Titelkämpfen wird dann Bruno Diethelm, der derzeitige Trainer von Florian Vogel, als Nationalcoach in der Verantwortung stehen.

Stirnemann hatte sich seinen (nicht ganz freiwilligen) Abgang etwas anders vorgestellt. Seine Ankündigungen im Bezug auf die Schweizer Medaillen-Chancen haben sich als zu optimistisch erwiesen. Und vor den beiden Rennen hatte er sich bei einem Trainingssturz eine Schulterverletzung zugezogen. Er stand mit einer Armschlinge am Streckenrand. Stirnemann hatte im ersten Moment keinen neuen Ansatz zur Hand, weshalb seine Fahrer unter den sehr hohen Erwartungen abgeschnitten haben: «Am Fleisch oder den Spaghetti sollte es jedenfalls nicht gelegen haben.» Vorwürfe mochte er Schurter, Vogel und Näf nicht machen. Sie hätten das Maximum probiert. Es sei einfach nicht mehr möglich gewesen.

(fest/Si)

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