Ungewollt berühmt
Pro Juventute macht auf Gefahren von Sexting aufmerksam
publiziert: Montag, 21. Okt 2013 / 08:32 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Okt 2013 / 09:20 Uhr
Sechs Prozent der Befragten gaben an, selbst schon erotische Inhalte von sich über das Mobiltelefon verschickt zu haben.
Sechs Prozent der Befragten gaben an, selbst schon erotische Inhalte von sich über das Mobiltelefon verschickt zu haben.

Zürich - Sexting - das Versenden von Nacktbildern übers Mobiltelefon - ist für Schulen und Betroffene eine zunehmende Bedrohung. Mit einer nationalen Kampagne will Pro Juventute über die Risiken von Cyber-Mobbing aufklären und auf die Notrufnummer 147 aufmerksam machen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Pro Juventute
Weitere Informationen finden Sie hier.
projuventute.ch

In der Schweiz bestehe dringender Bedarf nach Aufklärung zu neuen Jugend-Risiken, begründet Pro Juventute die Kampagne. Eine im Auftrag der Organisation durchgeführte repräsentative Umfrage ergab, dass acht von zehn Schweizerinnen und Schweizern nicht wissen, was Sexting ist.

59 Prozent der vom gfk-Forschungsinstitut Befragten waren zudem der Meinung, Jugendliche könnten die Folgen von Sexting nicht abschätzen. Und sieben von zehn befragten Personen gaben an, dass mit Jugendlichen in ihrer Familie, beziehungsweise in ihrem Umfeld selten oder nie über Risiken von Sexting gesprochen wird.

Schwere Form von Cyber-Mobbing

Für Pro Juventute ist das fatal. Laut dem Jugendpsychologen Urs Kiener ist der Missbrauch von intimen Fotos von Jugendlichen eine der «schwerwiegendsten Formen von Cyber-Mobbing». Für die Betroffenen könne es äusserst belastend sein, wenn intime Fotos von ihnen im Netz kursieren, oft fühlten sie sich extrem hilflos und verzweifelt.

In andern Fällen seien es erwachsene Unbekannte, die unter Pseudonymen in Chatrooms mit Jugendlichen Kontakt aufnehmen und diese dann mit ausgetauschten Nacktbildern erpressten. In der jüngsten James-Studie, die alle zwei Jahre das Medienverhalten von Jugendlichen ermittelt, gaben sechs Prozent der Befragten an, selbst schon erotische Fotos oder Videos von sich über das Mobiltelefon verschickt zu haben.

Risiken zu wenig bewusst

Das seien neue Formen von Risiken, die dringend nach gezielten Massnahmen verlangten, schreibt Pro Juventute. Über neue Technologien wie Instant Messaging verbreiteten sich Bilder oft ungewollt und in Sekundenschnelle über das Internet. Weder Jugendliche noch Eltern seien sich der damit verbundenen Risiken ausreichend bewusst.

Unter dem Slogan «Sexting kann dich berühmt machen. Auch wenn du es gar nicht willst», will Pro Juventute deshalb mit einer Kampagne landesweit auf diese Risiken aufmerksam machen. Mit Plakaten und einem TV-Spot wird provokativ aufgezeigt, dass der Missbrauch von intimen Fotos harte Konsequenzen haben kann - für Betroffene wie für Täter.

Eigenes Risiko-Profil überprüfen

Mit einer für die Kampagne entwickelten Facebook-App können sich Jugendliche einem Cyber-Risiko-Check unterziehen und ihr Profil überprüfen. Allen Schulen in der Schweiz werden Materialien angeboten, um Jugendliche auf die Hilfe via Notrufnummer 147 von Pro Juventute aufmerksam zu machen.

Neben der Intervention setzte Pro Juventute zudem auf Prävention, indem sie Schulen Medien-Workshops anbietet. Jugendliche sollen dabei lernen, mit neuen Medien umzugehen, damit sie wissen, wie sie sich im Netz schützen können. Gleichzeitig sollen sie auch wissen, dass Sexting massive ungewollte Folgen haben kann.

(ig/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kinder sollten nicht nur über Verhütung oder Geschlechtskrankheiten aufgeklärt ... mehr lesen
Pro Juventute möchte Eltern über Cyberrisiken aufklären. (Symbolbild)
Sexting unter Minderjährigen nimmt zu.(Symbolbild)
Ontario/Wien - Die App Kik wird von ... mehr lesen
Aschaffenburg - Täglich werden weltweit Millionen von Fotos von Frauen und ... mehr lesen
Oft landen freizügige Bilder im Internet ohne das Wissen der Opfer. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Auf dem Handy des Mannes waren 1535 Videos gefunden worden. (Symbolbild)
Brest - Weil er heimlich mehr als ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Beim Surfen im Internet werden digitale Spuren hinterlassen, in vielen Fällen nicht zum Vorteil der User.
Beim Surfen im Internet werden digitale ...
Lage in der Schweiz und International  Bern - Der 30. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) befasst sich mit den wichtigsten Cybervorfällen der zweiten Jahreshälfte 2019 in der Schweiz wie auch international. Schwerpunktthema im aktuellen Bericht bildet der Umgang und die Problematik von Personendaten im Netz. mehr lesen 
Der passende Domainname fehlte  Nach einem grösseren Datenleck beim erfolglosen Social Media Projekt Google Plus zieht Google den Stecker. Die Gelegenheit scheint günstig diesen überfälligen Schritt zu vollziehen. Die Übermacht von Facebook, zusammen mit Schwesterprojekten wie Instagram und WhatsApp, war zu gross und etwas entscheidendes, bisher wenig beachtetes, fehlte zudem... eine eigene Domain. mehr lesen  
Die Besucher erwarten zwei kompakte Tage, an denen sich alles um Digital Marketing und E-Business dreht.
Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo  Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo sind das jährliche Gipfeltreffen für Digital ... mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 10°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
Basel 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 10°C 14°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft trüb und nass
Bern 11°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft trüb und nass
Genf 12°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 12°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bedeckt mit Gewittern
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten