5'000 Franken für entscheidende Hinweise
Pro Natura setzt Belohnung auf Luchs-Wilderer aus
publiziert: Donnerstag, 3. Aug 2000 / 13:10 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Aug 2000 / 13:33 Uhr

Bern - Die Luchswildererei müsse aufhören, fordert die Umweltschutzorganisation Pro Natura. Deshalb setzt sie nun eine Belohnung für Hinweise auf Wilderer aus. Seit der Wiedereinführung der Raubkatze vor rund 30 Jahren seien 40 Luchse gewildert worden, erinnert Pro Natura.

Es dürften aber tatsächlich weit mehr Wildkatzen getötet worden sein.
Luchswilderer haben im Kanton Bern offenbar erneut zugeschlagen. Das durchgeschnittene Senderhalsband des zweijährigen Luchsweibchens "Jule", das im vergangenen Juni beim Niesen im Berner Simmental gefunden wurde, deutet auf Wilderei hin, wie Patrik Olson vom Forschungsprojekt KORA am Donnerstag zu einem Bericht der Westschweizer Zeitung "Le Temps" bestätigte.
Mitarbeiter des Luchsprojektes hätten ein Stück des Bandes gefunden, als sie "Jule" und ihre neugeborenen Jungen zur Erfassung aufsuchen wollten. Die Berner Behörden hätten eine Untersuchung eingeleitet. Laut KORA fehlt von der ebenfalls mit Sender ausgestatten Luchsmutter "Raja" seit zwei Wochen jede Spur.
In diesem Jahr kam es bereits zu mindestens vier Fällen von Luchswilderei. Die Vorfälle dürften mit den Luchs-Umsiedlungsplänen des Bundes zusammenhängen. Pro Natura setzt nun 5.000 Franken Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung eines Luchswilderers führen, wie die Organisation am Donnerstag bekannt gab. Sie forderte die Kantone auf, sich ernsthaft für den Schutz des Luchses und gegen die Wilderei einzusetzen.

(sda)

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