Pro Natura will dem Biber mehr Lebensraum geben
publiziert: Montag, 5. Mrz 2007 / 13:24 Uhr

Bern - Der Biber soll sich wieder in der ganzen Schweiz heimisch fühlen. Mit der Renaturierung von Flüssen und Bächen will Pro Natura dem Nagetier bei der Ausbreitung helfen. Von natürlichen Fliessgewässern profitieren aber auch andere Wasserbewohner.

Heute leben laut Schätzungen 700 bis 900 Biber in der Schweiz.
Heute leben laut Schätzungen 700 bis 900 Biber in der Schweiz.
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Neun von zehn Flüssen und Bächen in der Schweiz seien heute verbaut, kanalisiert oder gestaut, sagte Beat Jans, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Natura, vor den Medien in Bern. Für Tiere und Pflanzen an und in Gewässern seien aber natürliche Flusslandschaften von grösster Wichtigkeit.

Eine dieser Tierarten ist der Biber: Das grosse Nagetier wurde in der Schweiz im Jahr 1805 ausgerottet, und erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts wieder eingebürgert. Lange kam er nicht recht vom Fleck. Doch heute leben laut Schätzungen 700 bis 900 Biber in der Schweiz.

Projekt «Hallo Biber»

Zu verdanken ist dieser Erfolg laut Pro Natura unter anderem dem Projekt «Hallo Biber», mit dem die Regionalgruppe Baselland der Umweltschutzorganisation seit dem Jahr 2000 für mehr natürliche und naturnahe Flüsse kämpft. Dieser erfolgreiche regionale Naturschutz solle nun auf andere Regionen der Schweiz ausgedehnt werden, sagte Jans.

Ziel der Offensive sei es, den Bibern ein schweizweit durchgängiges Netz an natürlichen Flüssen zur Verfügung zu stellen, sagte Urs Leugger-Eggimann, Projektleiter von «Hallo Biber». Vorerst sollen bis Ende 2008 mindestens zwei neue regionale Projekte etabliert und grössere Vernetzungsprojekte umgesetzt werden.

Barrieren öffnen

Zusammen mit Kraftwerkbetreibern will Pro Natura die Barrieren öffnen, die Flusskraftwerke für Biber häufig bilden. Mit Kantonen und Gemeinden werden kanalisierte Flussabschnitte naturnah gestaltet. Und an Exkursionen und Ausstellungen wird für den Biber geworben.

Das Projekt leiste auch einen Beitrag zur Vermeidung von vereinzelt auftretenden Problemen mit dem Biber, sagte Leugger. Wenn die Tiere sich an einer üppigen Ufervegetation gütlich tun könnten, bedienten sie sich nicht in den Feldern der umliegenden Landwirte. Ausgesetzt werden keine Tiere.

(fest/sda)

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