Pro Villa Wiesental empfiehlt Huber, Blumer und Buschor zur Wahl in den Stadtrat
publiziert: Samstag, 8. Sep 2012 / 13:49 Uhr / aktualisiert: Montag, 10. Sep 2012 / 11:28 Uhr
Ruedi Blumer, Markus Buschor und Sylvia Huber (v.l.n.r.) wollen die Villa erhalten.
Ruedi Blumer, Markus Buschor und Sylvia Huber (v.l.n.r.) wollen die Villa erhalten.

St. Gallen - Die Stadtratskandidatin Sylvia Huber (SP), die Kandidaten Ruedi Blumer (SP) und Markus Buschor (parteilos) bekennen sich alle drei klar zum Erhalt der Villa Wiesental und würden sie nicht aus dem Schutzinventar entlassen. Patrizia Adam (CVP) spricht sich für eine umsichtige Prüfung aus.

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Die Villa Wiesental darf nur aus dem Schutzinventar entlassen und abgebrochen werden, wenn der Stadtrat das öffentliche Interesse an einem Neubauprojekt höher gewichtet als das Interesse an der Erhaltung des denkmalgeschützten Kulturguts. Aufgrund des massiven Widerstands der Bevölkerung gegen einen allfälligen Abbruch fühlte der Verein Pro Villa Wiesental in dieser Frage den Stadtratskandidatinnen und -kandidaten auf den Zahn.

Klar für den Erhalt der Villa

Sylvia Huber (SP), Ruedi Blumer (SP) und Markus Buschor (parteilos) setzen sich in einer Umfrage des Vereins alle klar für den Erhalt der Villa als Schutzobjekt ein. Sie können sich allenfalls auch eine Kombination mit einem Neuau vorstellen. Huber hält für diesen Fall aber fest, die Villa müsse dann ihre markante städtebauliche Rolle behalten. Die vielen Unterschriften der Petition sind für die SP-Kandidatin ein deutlicher Aufruf an die Stadt, sorgfältiger und bewusster mit dem kulturellen Erbe umzugehen.

Ruedi Blumer würde sich als Stadtrat ebenfalls gegen die Entlassung aus dem Schutzinventar wehren, und er wünscht sich, dass das Haus nach der Sanierung möglichst vielen Menschen offen steht. Er liess seinen Worten Taten folgen: Am Benefizkonzert vom 20. August zeichnete er eine Absichtserklärung, den eventuellen Kauf der Villa finanziell zu unterstützen, sollte es soweit kommen.

Markus Buschor fand, es gehe nicht an, wertvolle Liegenschaften zu vernachlässigen, um deren Abbruch zu erwirken. Verwaltung und Politik hätten ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Künftig dürfe man es nicht zulassen, dass es überhaupt so weit komme, wie jetzt bei diesem Bau. Die Stadt müsse die Baukultur pflegen. Die Politik müsse vorausschauend planen und handeln und nicht den Plänen der Investoren hinterherrennen.

Nicht in der gleichen Deutlichkeit - aber in der Tendenz ebenfalls für den Erhalt der Villa - spricht sich Patrizia Adam aus. Sie weist darauf hin, dass die Eigentümer gewusst hätten, dass sie ein geschütztes Objekt kaufen und dass ein Abbruch ein überwiegendes öffentliches Interesse am neuen Projekt voraussetzt. Die CVP-Politikerin könnte sich einen ergänzenden Neubau vorstellen, so dass eine neue Einheit entstehen könnte - ein bereicherndes architektonisches Highlight für die Stadt.

Kombination Villa und Neubau

Auch für Markus Straub wäre die Kombination Villa und Neubau die beste Lösung. Er fordert, die Villa müsse dann einer Wohnnutzung dienen. Abgesehen davon gibt er sich aber bedeckt: Da noch kein Neubauprojekt vorliege, stelle sich die Frage des Erhalts zurzeit nicht. Für den Verein zeigt Straub zudem zu viel Respekt gegenüber der HRS. Denn der SVP-Politiker weist darauf hin, dass ein Investor einen stadträtlichen Schutzentscheid weiterziehen könnte. Aber auch Straub misst den Petitionsunterschriften eine hohe Bedeutung bei.

Die weiteren Stadtratskandidaten, darunter die bisherigen Thomas Scheitlin, Fredy Brunner und Nino Cozzio, haben die Fragen des Vereins Pro Villa Wiesental nicht beantwortet.

(Verein Pro Villa Wiesental/pd)

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