«Problem mit Jugendgewalt ist hausgemacht»
publiziert: Sonntag, 9. Mrz 2008 / 15:53 Uhr

Bern - Der Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Killias ist nach eigenen Untersuchungen der Ansicht, dass das Problem der Schweiz mit Jugendgewalt hausgemacht ist. In Bosnien-Herzegowina etwa delinquierten Jugendliche weniger häufig als in der Schweiz.

Ausländische Kinder üben seltener ein Hobby aus, so Killias.
Ausländische Kinder üben seltener ein Hobby aus, so Killias.
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Das sei eine Überraschung, sagte Killias in einem im Internet veröffentlichten Interview mit dem Online-Newsdienst «swissinfo». Jugendliche mit Migrationshintergrund wiesen in der Schweiz zwar höhere Raten bei Delikten auf, vor allem bei schweren Gewalttaten.

Doch der überraschende Befund aus Bosnien und einigen anderen Ländern zeige, dass das Verhalten der ausländischen Jugendlichen nicht mit deren Herkunft erklärt werden könne. Killias beruft sich auf eigene Untersuchungen im Ausland, die nach seinen Aussagen mit den Untersuchungen in der Schweiz vergleichbar sind.

Die These der «importierten Gewalt» vermag Killias deshalb nicht zu überzeugen. Die Probleme mit Jugendgewalt in der Schweiz seien hausgemacht, folgerte er aus seinen Untersuchungen. Eine Erklärung könne sein, dass ausländische Jugendliche in der Schweiz ihre Freizeit offenbar anders verbringen würden als im Heimatland.

Während Schweizer Kinder Sport trieben, Musik machten oder ein Hobby ausübten, sässen ausländische Kinder vermehrt vor dem Fernseher oder dem Computer. «So beginnen dann die Probleme.»

(ht/sda)

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Untersuchungen mit wenig Aussagekraft
Die Studien von Hr. Killias können meines Erachtens die These von der "importierten Gewalt" weder widerlegen noch bestätigen. Vergleiche der Jugend-Delinquenz wären nur zulässig, wenn die Zusammensetzung der Auslandsgemeinschaften mit derjenigen der entsprechenden Ursprungsländer übereinstimmen würde. Dies ist aber nicht der Fall: Unter den Migranten aus dem Balken hat es z.B. überdurchschnittlich viele aus bildungsfernen Schichten. Ist die Gewaltbereitschaft evtl. weniger eine Frage der Nationalität als der sozialen Schicht? Oder ist sie bedingt durch die Freizeitgestaltung in der Schweiz?
Auf Grund der oben erwähnten systematischen Fehlern bei den Vergleichen kennen wir die Antworten nach wie vor nicht. Die gemachten Folgerungen sind m. E. nicht stichhaltig. Die Studien sind zwar gut für ein paar Zeitungsartikel - die konkrete Aussagekraft ist jedoch äusserst bescheiden.
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