Prodi-Kandidat gescheitert
publiziert: Samstag, 29. Apr 2006 / 08:02 Uhr

Rom - Der Kandidat des designierten Ministerpräsidenten Romano Prodi hat auch im dritten Wahlgang zum Präsidenten im italienischen Senat die notwendige absolute Mehrheit knapp verfehlt.

Franco Marini erhielt eine Stimme zu wenig.
Franco Marini erhielt eine Stimme zu wenig.
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Der 73-jährige Franco Marini erhielt lediglich 161 Stimmen, eine Stimme weniger als erforderlich.

Zuvor hatte der ehemalige Gewerkschaftsführer Marini im zweiten Wahlgang zwar die absolut Mehrheit bekommen, die Abstimmung wurde nach Angaben des amtierenden Senatspräsidenten Oscar Luigi Scalfaro aber wegen Unstimmigkeiten mit den Stimmzetteln annulliert.

Offenbar stand auf einigen Zetteln Francesco statt Franco Marini. Gegen Marini trat der 87 Jahre alte Ex-Regierungschef Guilio Andreotti für das Lager des noch amtierenden Regierungschefs Silvio Berlusconis an. Er bekam 155 Stimmen.

Unruhen

Auch bei der Stimmenauszählung der dritten Abstimmung kam es zu offenem Streit, tumultartigen Szenen und Spannungen unter den Senatoren.

Der Wahlausgang für das zweithöchste Amt ist ein Rückschlag für Prodis Absicht, eine neue Mitte-links-Regierung zu bilden und Ministerpräsident Silvio Berlusconi abzulösen. Prodis Lager verfügt im Senat nur über eine äusserst knappe Mehrheit von zwei Sitzen.

Auch in der Abgeordnetenkammer schaffte der Prodi-Kandidat nicht die erforderliche Mehrheit. Nun stehen für beide Parlamentskammern am Samstag weitere Abstimmungen an.

(rr/sda)

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