Prominenter nordkoreanischer Überläufer tot
publiziert: Sonntag, 10. Okt 2010 / 14:20 Uhr
Hwang Jang Yop war vor 13 Jahren nach Südkorea übergelaufen.
Hwang Jang Yop war vor 13 Jahren nach Südkorea übergelaufen.

Seoul - Der prominenteste und bisher hochrangigste nordkoreanische Überläufer, Hwang Jang Yop, ist im Alter von 87 Jahren in Südkorea gestorben. Die Polizei vermutet als Todesursache einen Herzinfarkt.

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Die Leiche des früheren Parteifunktionärs des kommunistischen Nachbarlandes wurde nach Berichten des südkoreanischen Fernsehens am Sonntag in seiner Wohnung gefunden. Hwang, der sich vor 13 Jahren nach Südkorea abgesetzt hatte, hatte sich von einem Chefideologen Nordkoreas zu einem scharfen Kritiker des Regimes in Pjöngjang gewandelt.

Es gebe keine Anzeichen für einen Einbruch in sein Haus, hiess es. Die Leiche solle obduziert werden. Nordkorea, das am Sonntag den 65. Gründungstag der kommunistischen Partei mit einer grossen Militärparade feierte, hatte seit seiner Flucht wiederholt über die Staatsmedien mit der Ermordung Hwangs gedroht.

Hwang, einstmals Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei Nordkoreas und Vorsitzender der Obersten Volksversammlung in Pjöngjang, hatte sich 1997 zusammen mit einem Mitarbeiter über China nach Südkorea abgesetzt. Seitdem hatte er das stalinistische Regime in Nordkorea immer wieder scharf kritisiert.

Attentat im Juli vereitelt

Er wurde in Südkorea rund um die Uhr von Sicherheitsbeamten bewacht. Nordkorea hatte Hwang die Flucht nie verziehen. Hwang galt als Mentor des derzeitigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il. Er war ein enger Mitarbeiter von Kims Vater, des 1994 gestorbenen früheren Staatschefs Kim Il Sung.

Anfang dieses Jahres hatte Nordkorea seine Morddrohungen gegen Hwang bekräftigt, nachdem dieser auf Vortragsreisen in den USA und Japan zu einer «ideologischen Kriegsführung» gegen Pjöngjang aufgerufen hatte.

Zwei mutmassliche nordkoreanische Agenten wurden im Juli in Südkorea wegen eines Mordkomplotts gegen Hwang zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Die beiden Männer, die sich als Flüchtlinge getarnt hatten, um über Thailand nach Südkorea einreisen zu können, gaben zu, im Auftrag Pjöngjangs ein Attentat auf Hwang geplant zu haben.

(bert/sda)

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