Prostituierte von Wucher-Vorwürfen freigesprochen
publiziert: Montag, 17. Jan 2005 / 17:17 Uhr

Zürich - Das Bezirksgericht Zürich hat eine Prostituierte vom Vorwurf freigesprochen, einen ehemaligen Zeitungsjournalisten ausgenommen zu haben. Der versuchte Wucher sei nicht erwiesen, lautete das Urteil.

Es wurde viel Alkohol und Drogen konsumiert.
Es wurde viel Alkohol und Drogen konsumiert.
Der Mann verbrachte 2001 mit drei Prostituierten eine Nacht und konsumierte gemäss Staatsanwalt viel Alkohol und Drogen.

Dann soll die Angeklagte mit dessen Einverständnis seine Geschäftskreditkarte an sich genommen und 12 460 Franken abgerechnet haben. Später liess sie ihn eine Schuldanerkennung über weitere 5000 Franken ausfüllen.

Die 39-Jährige nützte laut Staatsanwalt den Umstand aus, dass der Mann unter starkem Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden hatte. Die verlangten Geldsummen hätten zudem ihn krassem Missverhältnis zu den Leistungen gestanden.

Üblicher Preis

Diese Darstellung wies die Angeklagte vor Gericht zurück: Der Freier hätte den üblichen Preis für die Dienstleistung mehrerer Personen bezahlen sollen.

Er habe zwar Alkohol und Kokain konsumiert, sich aber normal verhalten und sei mit seinem Auto weggefahren.

Gemäss Verteidigung war der Mann ein erfahrener Milieu-Gänger. Er habe genau gewusst, welche Belege er unterschrieb.

Im Gegenteil: Weil der Journalist die Geldüberweisungen später blockierte, sei die Prostituierte die eigentliche Geschädigte.

Mangelnde Beweise

Während die Anklage der Frau versuchten Wucher vorwarf und 18 Monate Gefängnis bedingt forderte, betrachtete der Verteidiger den Wucher als nicht erwiesen und plädierte auf 6 Monate Gefängnis auf Bewährung.

Das Gericht folgte diesem Antrag: Weder der Wucher noch die Bewusstseinstrübung des Mannes seien genügend erwiesen.

Zu 12 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt wurde die Frau aber wegen einer zugegebenen Messerattacke gegen einen Freund sowie den Betrugsversuch mit einer von einer Frau gestohlenen Kreditkarte.

(sl/sda)

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