Proteste gegen Irak-Wahl
publiziert: Dienstag, 27. Dez 2005 / 14:39 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 27. Dez 2005 / 17:08 Uhr

Bagdad - Eineinhalb Wochen nach der Parlamentswahl im Irak haben tausende Menschen gegen die vorläufigen Wahlergebnisse protestiert.

Die Bevölkerung habe ein Recht auf faire Wahlen.
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Die Demonstranten forderten die Neubesetzung der Wahlkommission und «ehrliche» Neuwahlen.

In Bagdad folgten etwa 5000 Menschen einem Aufruf der Protest-Bewegung Maram, der 42 sunnitische und säkulare Organisationen angehören.

Der Maram-Bewegung gehören unter anderen die schiitische Liste des früheren Regierungschefs Ijad Allawi und die sunnitische Eintrachts-Front an.

Keine Zwischenfälle

Die Kundgebung in Bagdad verlief ohne Zwischenfälle. Die Demonstranten trugen Transparente mit Aufschriften wie «Wahlbetrug» und «Keine Demokratie ohne echte Wahlen».

In der Widerstandshochburg Tikrit im Norden des Landes kamen ebenfalls mehrere hundert Menschen zu einer Protestaktion zusammen.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Tausende Iraker bei Demonstrationen in Bagdad, Falludscha und Bakuba gegen das vorläufige Wahlergebnis protestiert. Das Endergebnis der Wahl vom 15. Dezember wird Anfang Januar erwartet.

Wenige ernsthafte Beschwerden

Die Wahlkommission erklärte, bei ihr seien rund 1500 Beschwerden eingegangen; davon seien jedoch nur etwa zwei Dutzend ernst zu nehmen.

Den bislang bekannt gewordenen Teilergebnissen zufolge hat die grösste schiitische Partei, die religiöse Vereinigte Irakische Allianz, die Parlamentswahl gewonnen.

Das Endergebnis soll frühestens in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Verhandlungen fortgesetzt

Die politische Führungsebene setzte ihre Verhandlungen zur Regierungsbildung unterdessen fort. Präsident Dschalal Talabani kündigte für Mittwoch fraktionsübergreifende Beratungen an.

Er habe zu einem Treffen der Fraktionsspitzen eingeladen, um über Möglichkeiten zur Bildung einer gemeinsamen Regierung zu beraten, hiess es aus dem Präsidialamt.

Zu dem Gespräch in Duchan bei Suleimanijah rund 330 Kilometer nördlich von Bagdad werde auch der konservaive Schiitenführer Abdel Asis Hakim erwartet, ebenso der ehemalige Regierungschef Ijad Allawi und die Sunnitenführer.

Mögliche Koalition

Ob die Eingeladenen jedoch tatsächlich teilnehmen würden, war zunächst nicht sicher.

Schiitenführer Hakim traf nach kurdischen Angaben mit dem Chef der kurdischen Regionalregierung, Massud Barsani, zu Verhandlungen über eine mögliche Koalition zusammen.

(rr/sda)

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