In Massen auf die Strasse
Proteste gegen Mursi halten an
publiziert: Mittwoch, 28. Nov 2012 / 07:45 Uhr
Ägypter gehen in Massen gegen Präsident Mursi auf die Strasse
Ägypter gehen in Massen gegen Präsident Mursi auf die Strasse

Kairo - Die Proteste gegen den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind auch in der Nacht weitergegangen. Am Mittwochmorgen harrten noch Hunderte Gegner Mursis auf dem zentralen Tahrir-Platz aus.

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Am Dienstag war es hier zu einer gewaltigen Massendemonstration gekommen, bei der viele Tausend Ägypter den Rücktritt Mursis gefordert hatten. Es war die grösste Protestkundgebung seit dem Sturz seines Vorgängers Husni Mubarak Anfang 2011.

Nach Schätzungen von Teilnehmern versammelten sich am Dienstagabend mehr als 300'000 Menschen auf dem Tahrir-Platz und in den angrenzenden Strassen und riefen Parolen gegen den Islamisten. Auslöser der Proteste war eine Verfassungserklärung, mit der der Präsident in der vergangenen Woche seine Macht ausgeweitet hatte.

Auch in mehreren Provinzstädten gab es Kundgebungen gegen Mursis umstrittene Erklärung. In der Hafenstadt Alexandria und in der Industriestadt Al-Mahalla kam es zu Schlägereien zwischen Islamisten und Demonstranten. Dutzende von Menschen wurden verletzt. In Kairo starb nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein junger Mann, als die Polizei mit Tränengas auf eine Gruppe von Jugendlichen feuerte.

Grosse Mobilisierung

An der Demonstration auf dem Tahrir-Platz nahmen auch führende Oppositionelle sowie Schauspieler, Anwälte und Journalisten teil. Einige von ihnen riefen: «Oh Mubarak, sag dem Mursi, auf den Thron folgt die Zelle!»

Die Mursi-Gegner zeigten sich von dem Zulauf begeistert. «Die Muslimbrüder haben immer behauptet, dass wir den Tahrir-Platz ohne ihre Unterstützung nicht voll kriegen, jetzt haben wir ihnen gezeigt, dass dies nicht simmt», erklärte ein Aktivist.

Auch in den Städten Luxor, Assiut, Kena, Tanta, Al-Arisch, Bani Sueif und Suez protestierten Menschen gegen Mursis Erklärung, mit der er sich selbst und das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee vor dem Zugriff der Justiz schützt.

Mursi unbeeindruckt

Die Muslimbrüder, denen Mursi vor Amtsantritt angehört hatte, und die Salafisten sagten eine ursprünglich geplante Solidaritätskundgebung für den Präsidenten kurzfristig ab, «um Blutvergiessen zu verhindern».

Mursi will trotz des Widerstandes der Opposition und der Justiz nicht von seiner umstrittenen Position abrücken. Zahlreiche Richter erschienen aus Protest gegen die Entmachtung der Justiz auch am Dienstag nicht zur Arbeit, zum dritten Mal in Folge. Wegen er Unruhen sagten mehrere Reiseveranstalter Ausflüge in die ägyptische Hauptstadt ab.

(alb/sda)

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