Proteste in Birma entwickeln sich zu Volksaufstand
publiziert: Montag, 24. Sep 2007 / 21:43 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 27. Sep 2007 / 10:32 Uhr

Rangun - Die Proteste gegen die Militärjunta in Birma entwickeln sich zum Volksaufstand. In Rangun demonstrierten zehntausende Menschen. Augenzeugen sprachen von bis zu 130'000.

Die Shwedagon Pagode gilt als das wichtigste Heiligtum des Landes, Mönche beteten dort demonstrativ.
Die Shwedagon Pagode gilt als das wichtigste Heiligtum des Landes, Mönche beteten dort demonstrativ.
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In der ehemaligen Hauptstadt Rangun war der Ausgangspunkt des Protestzuges wie schon an den Vortagen das wichtigste Heiligtum des Landes, die Shwedagon-Pagode, wo die Mönche demonstrativ beteten.

Die buddhistischen Mönche, die an der Spitze der Protestbewegung stehen, trotzten damit einer staatlichen Order. Der staatliche Religionsrat hatte die Klöster in Rangun aufgerufen, alle Mönche aus umliegenden Klöstern nach Hause zu schicken.

Mönche werden beschützt

Mönche werden in Birma als Autoritäten verehrt und gelten als unangreifbar. In den Strassen Ranguns klatschten immer mehr Menschen den Mönchen offen Beifall und bildeten Menschenketten, um die Mönche zu schützen.

Die Protestierenden zogen am Sitz der Oppositionspartei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vorbei. Suu Kyi hatte die Wahlen 1990 gewonnen, was die Generäle jedoch nie anerkannten.

Aung weiter isoliert

Einen neuen Besuch am Haus Suu Kyis verhinderten Sicherheitskräfte. Am Samstag waren 2000 Mönche und Unterstützer zu Suu Kyi vorgelassen worden. Sie ist seit 18 Jahren fast ununterbrochen eingesperrt.

Die Militärregierung drohte, gegen die Demonstranten vorzugehen. Sollten die Mönche sich gegensätzlich zu den Prinzipien der buddhistischen Lehre verhalten, werde im Rahmen der Gesetze eingegriffen, sagte ein Minister.

Ban ruft zur Zurückhaltung auf

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Militärregierung unterdessen zur Zurückhaltung gegenüber den Demonstranten auf. In einer Erklärung der Vereinten Nationen hiess es, Ban verfolge die Situation in Birma genau.

US-Präsident Bush will am Dienstag bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung neue Sanktionen gegen die Junta verkünden.

(fest/sda)

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