Erdogans Erzfeind
Prozess gegen Erdogan-Gegner Gülen in Istanbul begonnen
publiziert: Mittwoch, 6. Jan 2016 / 13:26 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Jan 2016 / 15:45 Uhr
Gülen soll sich in Abwesenheit wegen mutmasslicher Umsturzversuche und Bildung einer Terrorgruppe verantworten.
Gülen soll sich in Abwesenheit wegen mutmasslicher Umsturzversuche und Bildung einer Terrorgruppe verantworten.

Istanbul - In Istanbul hat am Mittwoch der Prozess gegen den islamischen Prediger Fethullah Gülen begonnen. Der frühere Vertraute und heutige Erzfeind von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan lebt in den USA.

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Gülen soll sich in Abwesenheit wegen mutmasslicher Umsturzversuche und Bildung einer Terrorgruppe verantworten. In seiner Anklagerede forderte der Staatsanwalt von Istanbul am Mittwoch lebenslange Haft für den 74-jährigen Gülen und zwei mitangeklagte frühere Polizeichefs.

Gülen wird vorgeworfen, Verbündeten in den Reihen der türkischen Polizei Anweisungen zum Sturz der islamisch-konservativen Regierung gegeben zu haben. Insbesondere sollen der Prediger und seine Helfer Korruptionsvorwürfe konstruiert haben, die im Dezember 2013 die Regierung Erdogans unter Druck gebracht hatten; auch Erdogans Sohn Bilal war damals unter Beschuss geraten.

Erdogan war seinerzeit Ministerpräsident und hatte Gülen öffentlich den Krieg erklärt. Es folgte eine beispiellose Kampagne gegen dessen Netzwerk. Insgesamt 1800 Menschen aus Gülens Umfeld wurden festgenommen. Die Korruptionsermittlungen verliefen im Sande.

Auch aus dem Exil einflussreich

Gülen selbst hat die Umsturzvorwürfe schon mehrfach zurückgewiesen. Seine Verteidiger werfen Ankara vor, einen politischen Prozess zu betreiben, um den Erdogan-Gegner kaltzustellen.

Der eher moderate Prediger hat noch immer grossen Einfluss in der Türkei, wo seine Bewegung Schulen, Unternehmen und Hilfsorganisationen leitet und Kontakte zu Polizei, Justiz und Medien pflegt.

Mit Gülen sind 70 weitere Verdächtige angeklagt, vor allem ehemalige Polizisten. Die am Mittwoch vorgetragenen Haftforderungen der Staatsanwaltschaft belaufen sich auf sieben bis 330 Jahre.

(cam/sda)

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