Ehemaliges Sektenmitglied will 625 000 Franken zurück
Prozess gegen Uriella in Herisau
publiziert: Mittwoch, 5. Apr 2000 / 08:15 Uhr

Herisau - Ein ehemaliges Mitglied der Sekte «Fiat Lux» fordert vom Oberhaupt Uriella 625 000 Franken zurück. Die Frau hatte der Sekte in Erwartung des Weltuntergangs ihr ganzes Vermögen ausgehändigt, bevor sie 1997 «Fiat Lux» verliess.

Glückseelige Uriella -ob ihr die göttlichen Eingebungen auch vor dem Richter helfen?
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Das Ausserrhoder Kantonsgericht befasst sich am 10. April mit der Klage. Die Verhandlung findet ausnahmsweise im Kantonsratssaal im Regierungsgebäude in Herisau statt, weil zahlreiche Interessierte und Medienleute zum Prozess erwartet werden.
Die Klägerin aus dem Kanton Zürich war während gut zehn Jahren Mitglied bei «Fiat Lux». Im Glauben an Uriellas Prophezeiungen eines baldigen Weltuntergangs soll sie sich zur Trennung von allen irdischen Gütern überredet haben lassen. Rund 625 000 Franken sollen auf diese Weise in die Kassen der Sekte geflossen sein.
Das Gericht steht unter anderem vor der Frage, ob die Klägerin unter dem Eindruck ständiger Drohungen mit Apokalypse und Tod nicht mehr urteilsfähig war. Das Gericht kann dazu die Befragung von Zeugen beschliessen. Nach Aussage der Klägerin wären mehrere ehemalige Angehörige von «Fiat Lux» zu Aussagen bereit.

Mehrfach vorbestrafte Uriella
Die 71-jährige Uriella, mit bürgerlichem Namen Erika Bertschinger, lässt sich vor Gericht durch ihren Ehemann Eberhard Bertschinger Eicke - genannt «Icordo» - vertreten. Die Geistheilerin, die seit 1981 in Schwellbrunn AR eine Praxis führt, ist mehrfach vorbestraft.
1994 wurde sie vom Ausserrhoder Obergericht wegen Verstössen gegen das kantonale Heilmittelgesetz zu 15 000 Franken Busse und zur Ablieferung von 50 000 Franken Gewinn verurteilt. Ein früher ausgesprochenes Berufsverbot gegen die Heilerin hob das Gericht allerdings auf.
1996 stand das selbsternannte «Sprachrohr Gottes» erneut vor Gericht: Diesmal in Waldshut (Baden-Württemberg) im Zusammenhang mit dem Tod zweier Sektenmitglieder und der schweren Verletzung einer weiteren Person. Uriella wurde vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen.
Ende 1998 wurde die Chefin von «Fiat Lux» in Mannheim wegen Medikamentenschmuggels zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 22 Monaten und zu 80 000 Franken Busse verurteilt. Sie hatte den deutschen Staat zwischen 1988 und 1993 um rund eine Million Franken Zölle und Steuern geprellt.

(klei/sda)

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