Prozess im Mordfall Unterseen hat begonnen
publiziert: Montag, 15. Mrz 2004 / 10:52 Uhr

Interlaken - In Bern hat der Prozess gegen drei Männer begonnen, die Anfang 2001 in Unterseen BE ihren 19-jährigen Kollegen umgebracht haben. Das Opfer soll Regeln einer rechtsextremen Organisation missachtet haben.

Das Gericht verhandelt einen Mord in der rechtsextremen Szene.
Das Gericht verhandelt einen Mord in der rechtsextremen Szene.
Am 27. Januar 2001 wurde der Mann, der in Unterseen bei Interlaken wohnte, als vermisst gemeldet. Am 23. Februar 2001 fand die Polizei seine Leiche im Thunersee. Nur einen Tag später wurden vier damals zwischen 17 und 22 Jahre alte Männer festgenommen. Kurze Zeit später gestanden sie die Tat.

Einer der Angeschuldigten hatte den jungen Mann in der Tatnacht bei der Ruine Weissenau in Unterseen mit einem Metallrohr brutal erschlagen. Die beiden anderen misshandelten das Opfer mit Fusstritten. Der vierte Angeschuldigte war bei der Planung, aber nicht bei der Tatausführung dabei.

Die Angeschuldigten und das Opfer gehörten einer in sich geschlossenen, rechtsextremen Gruppe mit dem Namen Orden der arischen Ritter an. Ihr Ziel war es, unerwünschte Ausländer aus der Region Bödeli, dem Gebiet zwischen dem Thuner- und dem Brienzersee, zu vertreiben.

Ihr Anführer hatte für die Mitglieder ein Gesetz verfasst, worin unter anderem eine Schweigepflicht verankert worden war. Das Opfer soll sich nicht an dieses Schweigegebot gehalten haben. Deshalb habe der 19-Jährige sterben müssen.

Den drei erwachsenen Angeschuldigten wird nebst dem Tötungsdelikt die Planung und Vorbereitung zweier weiterer Morde vorgeworfen. Der zur Tatzeit noch minderjährige Täter wurde 2001 vom Jugendgericht Berner Oberland wegen Mordes und des unvollendeten versuchten Mordes verurteilt. Das Urteil im Mordprozess ist am 29. März vorgesehen.

(fest/sda)

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