Prozess um Pronto-Schläger begonnen
publiziert: Montag, 13. Feb 2006 / 22:48 Uhr

Liestal - Wegen eines brutalen Überfalls am Bahnhof Liestal, der landesweit Aufsehen erregt hatte, stehen seit heute sieben Männer aus der rechtsextremen Szene vor dem Strafgericht Baselland.

Die Angeklagten gehörten nach eigenen Angaben zu einer Baselbieter Skin-Gruppe oder zu deren Umfeld. (Archivbild)
Die Angeklagten gehörten nach eigenen Angaben zu einer Baselbieter Skin-Gruppe oder zu deren Umfeld. (Archivbild)
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Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Es habe Drohungen im Internet gegeben, sagte die Gerichtspräsidentin zu den Sicherheitsmassnahmen. Das Publikum bleibt von den Verhandlungen ausgeschlossen.

Den sieben Schweizern im Alter von 21 bis 23 Jahren wirft die Anklage unter anderem schwere Körperverletzung und Verstösse gegen das Waffengesetz vor.

Gemäss Strafgesetz drohen dafür Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Die aus der Region stammenden jungen Männer waren Teil einer Skinhead-Gruppe, die am 30. April 2004 vermummt und bewaffnet mit Ketten, Baseballschlägern oder mit Nägeln besetzten Axtstielen am Bahnhof Liestal drei Personen zusammenschlug und den Pronto-Shop verwüstete.

Ausländern einen «Denkzettel» verpassen

Laut der Anklage wollten die Skinheads einer Gruppe von Ausländern bei deren Treff am Bahnhof einen «Denkzettel» verpassen. Zwischen den zwei Gruppen war es bereits seit Ende 2003 zu Spannungen und Streitereien gekommen, die auch schon zu Handgreiflichkeiten ausgeartet sein sollen.

Vor dem Überfall traf sich die 15-köpfige Gruppe auf einer Höhe bei Liestal und fuhr dann in mehreren Autos zum Liestaler Bahnhof. Dort stiessen sie zunächst jedoch auf drei Passanten. Sie schlugen diese auf einem Perron oder im Pronto-Shop nieder.

Ein Teil der Skins soll derweil die fliehenden Ausländer verfolgt haben. Die drei angegriffenen Passanten wurden leicht bis schwer verletzt.

Urteil wird am 24.2.06 erwartet

Die Angeklagten gehörten nach eigenen Angaben zu einer Baselbieter Skin-Gruppe oder zu deren Umfeld. Die Gruppe nannte sich «Warriors», hing rechtsradikalem Gedankengut an und hatte Kontakte auch zur übrigen Szene.

Der Prozess vor dem Baselbieter Strafgericht dauert voraussichtlich zwei Wochen. Das Urteil wird nicht vor dem 24. Februar erwartet.

(smw/sda)

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