Prozess zu Flugzeug-Crash bei Überlingen fortgesetzt
publiziert: Freitag, 18. Mai 2007 / 13:58 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Mai 2007 / 14:38 Uhr

Bülach - Im Strafprozess um den Flugzeug-Crash bei Überlingen D hat sich der Fluglotse als unschuldig bezeichnet, der zum Zeitpunkt des Unglücks in der Pause war. Dies sagte er bei seiner Befragung vor dem Bezirksgericht Bülach.

Der Kollege des diensthabenen Fluglotsen war in der Pause.
Der Kollege des diensthabenen Fluglotsen war in der Pause.
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Laut Anklage hat der Flugverkehrsleiter seinen Kollegen allein gelassen, ohne sich ausreichend über die Auswirkungen der damals erfolgenden Systemarbeiten zu informieren.

Hätte er sich informiert, wäre er nicht oder erst später in die Pause gegangen, macht die Anklage geltend. Damit wäre sein Kollege mit den verschiedenen Schwierigkeiten nicht überfordert gewesen und die Kollision der beiden Maschinen hätte vermieden werden können. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Nicht schuldig

Er fühle sich nicht schuldig, sagte der Angeklagte. Ja, er habe gewusst, dass in dieser Nacht die Sektoren-Umstellung erfolgen würde. Aber er habe sich keine Gedanken gemacht darüber, was dies für den Nachtdienst bedeuten, was alles umgestellt, und ob das Radar betroffen sein würde.

Der 41-Jährige ist seit 1985 bei der heutigen Skyguide tätig, seit acht, neun Jahren als Instruktor in der Ausbildung von Flugverkehrsleitern, wie er vor Gericht sagte. Nach eigenen Angaben hatte er nie Bedenken gehabt, dass im Nachtdienst nur eine Person anwesend war. Für allfällige Toilettengänge habe es immer Zeiten gegeben, in denen «absolut nichts» los war.

Noch bis Ende Monat

Vor dem Bezirksgericht Bülach haben sich seit Dienstag acht Skyguide-Angestellte im Zusammenhang mit dem Flugzeug-Crash am 1. Juli 2002 bei Überlingen D zu verantworten. Die Verhandlungen dauern noch bis Ende Monat.

Bei dem Crash kamen 71 Personen ums Leben. Der zum Zeitpunkt des Unglücks allein anwesende Fluglotse wurde im Februar 2004 von einem Mann erstochen, der seine Frau und beide Kinder verloren hatte.

(fest/sda)

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