Prozessbeginn zum grössten Skandal der Uhrenindustrie
publiziert: Montag, 1. Sep 2008 / 15:24 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Sep 2008 / 23:09 Uhr

Neuenburg - In Neuenburg hat der Prozess zur «Uhrenaffäre Jaquet» begonnen. Bis am 3. Oktober untersucht das Wirtschaftsstrafgericht Neuenburg den grössten Skandal der Schweizer Uhrenindustrie.

Den Angeklagten wird in unterschiedlichem Umfang Diebstahl, Hehlerei und Fälschung vorgeworfen.
Den Angeklagten wird in unterschiedlichem Umfang Diebstahl, Hehlerei und Fälschung vorgeworfen.
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Auf der Anklagebank sitzen 15 Personen. Zwei von ihnen, die im Ausland leben, sind dem Prozess ferngeblieben. Den Angeklagten wird in unterschiedlichem Umfang Diebstahl, Hehlerei und Fälschung vorgeworfen.

Die Hälfte der Angeklagten war zum Zeitpunkt der Taten in der Uhrenindustrie tätig, ob als einfacher Angestellter oder gar als Firmenchef. Die anderen Angeklagten haben keine offensichtliche Verbindung zur Uhrenindustrie. Die meisten Taten werden bestritten.

Sie sollen unter anderem Bestandteile von Uhrwerken gestohlen und verkauft haben. Aus diesen hochwertigen Originalteilen und gefälschten Komponenten setzten sie falsche Markenuhren zusammen und verkauften diese. Auch sollen sie echte Uhren gestohlen und weiterverkauft haben.

Insbesondere werden den Angeklagten zwei Raubüberfälle auf Goldtransporte der Firmen Rolex und RSM Décolletage vorgeworfen.

Verdacht auf bandenmässiger Raub

Ins Rollen gekommen war das Verfahren, als im Herbst 2003 der Uhrenindustrielle Jean-Pierre Jaquet wegen Verdachts auf bandenmässigen Raub, Anstiftung zum Raub, Hehlerei und Warenfälschung verhaftet wurde.

Die Unterlagen des Verfahrens, das bis am 3. Oktober vor dem Wirtschaftsstrafgericht behandelt wird, sind äusserst umfangreich. Die 15'000 Seiten füllen 80 Bundesordner.

(ht/sda)

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