Psychischer Stress verursacht Fettleibigkeit
publiziert: Samstag, 17. Mai 2008 / 10:27 Uhr

Atlanta - Dass psychologischer Stress und sozialer Druck offenbar eng mit dem Entstehen von Übergewicht zusammenhängen, haben Forscher des Yerkes Primate Research Center an der Emory University im Versuch an weiblichen Rhesusmakaken nachgewiesen.

Höherrangige Tiere fressen deutlich weniger. (Archivbild)
Höherrangige Tiere fressen deutlich weniger. (Archivbild)
6 Meldungen im Zusammenhang
Die Untersuchung an den Tieren, die an eine starke Hierarchie gebunden sind und die Gruppenstabilität durch ständige Angriffe und Einschüchterungen erhalten, ergab, dass die sozial untergeordneten Weibchen in Folge dazu neigten zu viel Nahrung zu sich zu nehmen.

Während der Testphase erhielten die Affenweibchen jeweils 21 Tage lang Zugang zu schmackhafter aber fettarmer bzw. fettreicher Kost. Dazwischen erhielten sie über die gleiche Dauer nur normales Affenfutter.

Um die Nahrungsaufnahme genau studieren zu können, hatten die Wissenschaftler um Mark Wilson, Leiter der Abteilung für Psychobiologie, automatische Futterspender verwendet. Die Futtergabe wurde durch Mikrochips aktiviert, die in die Handgelenke der Makakenweibchen implantiert wurden.

Untergebene Weibchen nehmen schneller zu

In beiden Versuchsreihen hatte sich dann gezeigt, dass die untergeordneten Weibchen innerhalb von 24 Stunden mehr Nahrung zu sich nehmen und zu jeder Tages- und Nachtzeit fressen.

Die Höherrangigen hingegen frassen deutlich weniger und taten dies nur tagsüber.

Das unterschiedliche Fressverhalten habe sich dann bei den untergebenen Weibchen in beschleunigter Gewichtszunahme niedergeschlagen, berichten die Wissenschaftler.

Auch mehr Cortisol

«Bei den untergeordneten Weibchen können sich dadurch leicht Probleme im Stoffwechsel und bei der Fettspeicherung entwickeln», sagt Wilson. Als Folge des Stresses, dem sie durch die Rangkämpfe ausgesetzt sind, wiesen diese Affenweibchen auch einen höheren Spiegel des Hormons Cortisol auf.

In Kombination mit der bevorzugten kalorienreichen Nahrung könne dies wiederum zu einer gesteigerten Bildung von Viszeralfett, also Fettgewebe um die inneren Organe herum, führen und verstärkend auf die Ausbildung eines Diabetes oder Herzkreislaufbeschwerden wirken, meinen die Forscher.

Im nächsten Schritt will das Team anhand von Kernspinresonanzuntersuchungen die neurochemischen Grundlagen für das Fressverhalten der rangniedrigen Weibchen finden.

Von besonderer Bedeutung ist für sie dabei die Frage, ob sich die Mechanismen zwischen Hungersignalen und den für Belohung und Sättigung zuständigen Hirnregionen zwischen den Weibchen verschiedenen Ranges unterscheiden.

(rr/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Die Zahl der ... mehr lesen 3
Etwa ein Drittel aller Kinder in den USA sind inzwischen zu dick.
Die deutsche Regierung will dem Übergewicht der Bevölkerung stärker zu Leibe rücken.
Berlin - Die deutsche Regierung will dem Übergewicht der Bevölkerung stärker zu Leibe rücken. Das Kabinett beschloss einen Nationalen Aktionsplan Ernährung, um die Deutschen wieder in ... mehr lesen
Stockholm - Die Anzahl der Fett ... mehr lesen
Auch wenn die Anzahl der Fettzellen gleich bleibt - Sport und eine gesunde Ernährung bleiben für eine gute Figur wichtig.
Nicht jedes Pfund über dem Normalgewicht macht krank. Aber Übergewicht bleibt ein Wegbereiter für zahlreiche Krankheiten, wenn es über einen längeren Zeitraum besteht.
Alberta/Wien - Die Einkommens- und ... mehr lesen
Washington/Wien - Wissenschaftler ... mehr lesen
Die Experten raten daher, eher auf normal gesüsste Produkte umzusteigen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
New York - Übergewicht senkt einer US-Studie zufolge das Todesrisiko durch Krankheiten, die keine Krebs- oder Herzkreislaufleiden sind. Untergewicht erhöht dagegen das Sterberisiko durch diese Krankheiten. mehr lesen 
Mehr Menschlichkeit für Tiere.
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auf Tour mit HAInrich, dem Hai.
Auf Tour mit HAInrich, dem Hai.
Publinews Jetzt eintauchen  Mit einer fantastischen Lage direkt am Konstanzer Hafen und Blick auf den Bodensee, liegt das SEA LIFE Konstanz, nur wenige Gehminuten von der Innenstadt, dem Lago und dem Bahnhof entfernt. In mehr als 35 Becken können etwa 3500 Tiere hautnah entdeckt werden. mehr lesen  
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der ... mehr lesen  
-
.
Publinews Kommen Sie vorbei und geniessen Sie im Plättli Zoo in Frauenfeld einige unvergessliche Stunden und hautnahe, tierische ... mehr lesen  
Publinews Ein fesselndes Erlebnis für gross und klein im Herzen des Kantons Graubünden. Besuchen Sie das Bündner Naturmuseum in Chur und entdecken Sie die natürliche Vielfalt des grössten Kantons der Schweiz. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tier ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 2°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 5°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 4°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Bern 1°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 3°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Genf 4°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Lugano 7°C 14°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten