Prozess gegen Punkband in Moskau
Pussy-Riot-Sängerinnen beteuern Unschuld
publiziert: Montag, 30. Jul 2012 / 13:16 Uhr

Moskau - In Moskau hat die Hauptverhandlung im international kritisierten Prozess gegen Mitglieder der regierungskritischen Punkband Pussy Riot begonnen. Zum Auftakt erklärten die drei angeklagten Frauen ihre Unschuld.

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Sie äusserten aber zugleich Bedauern, falls ihr Auftritt mit einem «Punk-Gebet» in einer Kirche gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin Gläubige verletzt habe.

Den seit März inhaftierten Sängerinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Marina Alechina wird «Rowdytum» vorgeworfen; ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft. Ihre Band hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale unter anderem den Satz «Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!» gesungen.

«Ein verzweifelter Versuch»

Der Prozess gegen sie findet nun in dem Gericht statt, in dem im Jahr 2010 Putins Gegenspieler, der frühere Oligarch Michail Chodorkowski, zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde. Im voll besetzten Saal im Bezirksgericht Chamownitscheski beantworteten die drei angeklagten Frauen am Montag zunächst gelassen Fragen nach ihren Namen, Adressen und Geburtsdaten.

Ihre Anwältin Violetta Wolkowa verlas darauf handschriftliche Erklärungen der Frauen: Der Auftritt sei «ein verzweifelter Versuch» gewesen, «um das politische System zu ändern», hiess es in der Erklärung Tolokonnikowas in dem live im Internet übertragenen Verfahren.

«Politischer Prozess»

«Wir hatten nicht die Absicht, Menschen zu beleidigen.» Im juristischen Sinne schuldig seien sie und ihre Mitangeklagten aber nicht.

Der Vater von Jekaterina Samuzewitsch, Stanislaw, zeigte sich wenig optimistisch, dass seine Tochter von dem Gericht Milde erwarten könne. «Natürlich werden sie ins Gefängnis geschickt», sagte er. «Das ist ein politischer Prozess.»

Die inzwischen seit vier Monaten andauernde Inhaftierung der drei Frauen ist international kritisiert worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Angeklagten als «gewaltlose politische Häftlinge» und forderte ihre sofortige Freilassung.

(bg/sda)

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