Pussy Riot künden weitere Aktionen gegen Putin an
publiziert: Mittwoch, 15. Aug 2012 / 22:19 Uhr
Die Pussy-Riot-Band geben nicht auf.
Die Pussy-Riot-Band geben nicht auf.

Berlin/Moskau - Die russische Band Pussy Riot plant weitere Protestaktionen gegen Präsident Wladimir Putin und bittet um Unterstützer. Trotz der möglichen Verurteilung von drei Musikerinnen würden die Proteste fortgesetzt, sagten Mitglieder der Band der Nachrichtenagentur Reuters.

Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
10 Meldungen im Zusammenhang
«Es ist hart für uns, ohne sie zu sein. Wir spüren das, aber es bedeutet für uns nur eins: Wir müssen noch stärker werden, vielleicht auch noch dreister», sagte am Dienstag eines der weiblichen Bandmitglieder, die anonym bleiben wollten.

Mit Blick auf den Prozess gegen die drei inhaftierten Musikerinnen, in dem am Freitag ein Urteil erwartet wird, sagte ein anderes Mitglied: «Wir haben uns für diesen Weg entschieden. Natürlich ist es sehr gefährlich, das wissen wir. Und wir wollen brenzlige Situationen in Zukunft vermeiden. Aber ich fürchte - und das macht etwas Angst - dass wir alle bereit sind die Konsequenzen zu tragen.»

Internationaler Protest

Inzwischen machen internationale Popstars bei ihren Konzerten auf die Situation von Pussy Riot aufmerksam. «Jetzt gibt es sehr viele Pussy Riots überall auf der Welt, Menschen die eine Sturmmaske aufziehen und uns unterstützen», sagt ein Bandmitglied. «Die Idee hinter Pussy Riot ist es, dass man uns gar nicht alle einsperren kann und wir immer mehr und mehr werden.»

So solidarisierte sich die Elektro-Punk-Musikerin Peaches mit Pussy Riot. In einem Video geht die Musikerin scharf mit Präsident Wladimir Putin ins Gericht.

In dem Video zum Song «Free Pussy Riot», das am Mittwoch auf Youtube, Facebook und anderen sozialen Netzwerken zu sehen war, solidarisiert sich die kanadische Sängerin mit drei inhaftierten Musikerinnen der russischen Band. In ihrem Song macht die in Berlin lebende Peaches Putin für die Verfolgung des Trios wegen «Rowdytums» verantwortlich.

Für die Videoaufnahmen versammelte Peaches nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Musikerin Simonne Jones 400 Menschen in einem Berliner Park. Diese tragen bunte Gesichtsmasken - ähnlich denen der drei Russinnen bei ihrer kremlkritischen Performance in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar - und singen am Ende des Videoclips «We are all Pussy Riot» («Wir sind alle Pussy Riot»).

Das Urteil gegen die drei Musikerinnen von Pussy Riot soll am Freitag verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft forderte für die drei Angeklagten jeweils drei Jahre Haft.

Klage gegen Madonna

Eine andere Solidaritätsaktion könnte derweil US-Popstar Madonna teuer zu stehen kommen. Bei ihrem Konzert in St. Petersburg hatte sie zu Toleranz für Schwule und Lesben aufgerufen. Nun fordern russisch-orthodoxe Gläubige umgerechnet 10,2 Millionen Franken Schmerzensgeld.

Die Sängerin habe am 9. August ein orthodoxes Kreuz mit Füssen getreten, begründete eine Sprecherin am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge die Klage. Zudem habe Madonna mit ihrem Einsatz für Homosexuelle gegen Gesetze der Touristenmetropole verstossen.

«Wir, die Einwohner der Kulturhauptstadt, haben einen immensen moralischen Schaden erlitten», sagte die Sprecherin. 50 Prozent der Schadenssumme sollten in das Stadtbudget fliessen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Aktivisten haben am Montagmittag am Berner Münsterturm ein riesiges Transparent für die Freilassung der russischen ... mehr lesen
«Free Pussy Riot - Fuck Putin now», war auf dem Banner zu lesen.
Alle drei Musikerinnen müssen eine Haftstrafe von je zwei Jahren absitzen.
Moskau - Die drei Musikerinnen der russischen Band Pussy Riot sind am Freitag zu ... mehr lesen 6
Moskau - Während der Urteilsverkündung gegen die kremlkritische Band Pussy Riot hat die Moskauer Polizei vor dem Gericht etwa 30 Anhänger der drei jungen Frauen festgenommen. Auch Ex-Schachweltmeister Garri Kasprow wurde abgeführt. mehr lesen 
Moskau - Die drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot sind am Freitag in Moskau zu je zwei Jahren Haft wegen ... mehr lesen
Rowdytum - Protest von Pussy Riot in der Kirche.
Urteil im Prozess gegen russische Band Pussy Riot erwartet.
Moskau - Im umstrittenen Prozess gegen die Kreml-kritische russische Band Pussy ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Dschungelbuch Den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur spüren die meisten Menschen instinktiv. Die meisten Kinder haben übrigens ... mehr lesen 10
Photojournalist Rózsa und Zürcher Polizei: «Gewalt und Drohung» und «Hinderung einer Amtshandlung»?
Valentin Abgottspon In Russland droht drei Frauen der Punkrockband «Pussy Riot» eine Verurteilung. In Indien wird der Bürgerrechtler und Rationalist Sanal Edamaruku verfolgt, weil er ein katholisches «Wunder» enttarnt hat, weltweit werden Freidenker und Religionskritiker mit dem Tod bedroht, teilweise auch tatsächlich getötet. Derweil fordern in Westeuropa Kirchenfunktionäre und Feuilletonkatholiken eine strengere Gangart beim Pseudovergehen der Blasphemie. mehr lesen  2
Madonna setzt sich für die Musikerinnen von Pussy Riots ein.
Moskau - Nach der Kritik von Pop-Ikone Madonna am Umgang Russlands ... mehr lesen
Moskau - US-Popstar Madonna hat bei einem Konzert in Moskau vor mehr als 20'000 Menschen Freiheit für die drei ... mehr lesen
«Diese drei Mädchen - Nadja, Mascha und Katja - haben etwas Mutiges getan», so Madonna.
Meine Güte !
Probleme hat man in Russland mit diesen jungen Frauen. Man könnte direkt meinen Russland schwelge in wirtschaftlichem Boom dass man sich derartigen Unsinn dort leisten kann.
Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
Daten von Telefon und E-Mail dürfen nicht verwendet werden - somit hat die Staatsanwaltschaft keine Beweise mehr.
Daten von Telefon und E-Mail dürfen nicht verwendet werden - ...
Affäre Mörgeli  Zürich - Im Prozess vor Zürcher Bezirksgericht gegen Iris Ritzmann, einer ehemaligen Mitarbeiterin des Medizinhistorischen Museums, dürfen die bei der Universität Zürich gesammelten Telefon- und E-Mail-Daten nicht als Beweise verwendet werden. 
Ex-Hausangestellter  Lausanne - Die Republik Kamerun geniesst keine Immunität bei einer arbeitsrechtlichen ...  
Der Kameruner reichte eine Klage gegen sein Heimatland wegen ausstehender Löhne ein.
Wolfgang Schäuble zeigte sich solidarisch mit verschuldeten EU-Ländern.
Weitere Schritte im 2015  Brüssel - Die EU-Kommission zeigt zunächst Milde gegenüber Defizitsündern wie Frankreich oder Italien. Über weitere Schritte in den ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1071
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 50
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1071
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 50
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1524
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1071
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1071
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
  • LinusLuchs aus Basel 50
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Christian Schaffner ist Executive Director vom Energy Science Center (ESC) an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Chancen und Risiken im Energiesektor Mit der Energiestrategie 2050 will der Bund das ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 4°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 4°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 6°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 6°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 7°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten