Konflikt in Ukraine
Putin fordert Verhandlungslösung
publiziert: Donnerstag, 17. Apr 2014 / 12:10 Uhr
Wladimir Putin verlangt einen «echten Dialog» mit der Bevölkerung.
Wladimir Putin verlangt einen «echten Dialog» mit der Bevölkerung.

Genf - Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach dem Einsatz von ukrainischen Regierungstruppen in der krisengeschüttelten Ostukraine für Verhandlungen zur Lösung des Konflikts ausgesprochen. Weder Flugzeuge noch Panzer könnten die Krise lösen, sagte Putin.

5 Meldungen im Zusammenhang
In der landesweiten Fernsehsendung «Direkter Draht» forderte der Präsident am Donnerstag in Moskau die ukrainische Führung zum «echten Dialog» mit der russischsprachigen Bevölkerung auf. Zugleich wies er erneut Vorwürfe zurück, russisches Militär oder Instruktoren steuerten die Lage. «Es sind die Herren jener Region», sagte Putin. Mit ihnen müsse geredet werden. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu äusserte sich ähnlich.

«Wir sind im Verteidigungsministerium sehr überrascht angesichts der Äusserungen des Chefs der ukrainischen Sicherheitsdienste, wonach Einheiten der russischen Spezialkräfte in die Ereignisse im Südosten der Ukraine verwickelt sind», sagte Schoigu nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen mit Blick auf den ukrainischen General Wassil Krutow. «Diese Äusserungen grenzen an Paranoia.»

Regierungstruppen ziehen sich zurück

Im Gebiet Donezk im Osten des Landes zogen sich Regierungstruppen mit 15 Panzerfahrzeugen zurück, nachdem sie von prorussischen Bewaffneten und Anwohnern blockiert worden waren. Die Einheit werde zurück nach Dnjepropetrowsk verlegt, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Sie sollte eigentlich mit einem «Anti-Terror-Einsatz» gegen Separatisten vorgehen, die in mehreren Städten des Gebiets Donezk staatliche Gebäude besetzt halten.

Prorussische Kräfte gaben an, sie hätten in Slawjansk 17 Mitglieder der Regierungstruppen nach Schüssen auf friedliche Bürger festgenommen. In Kramatorsk seien mehrere Menschen verletzt worden, als die Nationalgarde auf Demonstranten gefeuert habe, sagte ein Sprecher der moskautreuen «Selbstverteidiger» der Agentur Interfax.

Zuvor wurden bei einem Angriff prorussischer Aktivisten auf einen ukrainischen Militärstützpunkt in Mariupol im Südosten nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Seit Tagen halten prorussische Kräfte in mehreren Städten Verwaltungsgebäude besetzt. Kiew entsandte am Dienstag die Armee gegen die bewaffneten Gruppen in der Region.

Internationale Konferenz

In Genf hat derweil eine internationale Konferenz zur Ukraine-Krise begonnen, wo die Aussenminister der Ukraine, Russlands, der USA sowie die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton eine politische Lösung für den Konflikt suchen wollen.

(bg/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Die internationale Konferenz zur Ukraine-Krise in Genf hat sich auf eine ... mehr lesen 21
Des russische Aussenminister Sergej Lawrow.
Die Lage in der Ukraine spitzt sich weiterhin zu. (Symbolbild)
Genf - Bei einem Angriff auf ... mehr lesen 2
Donezk/Brüssel - Der ukrainischen ... mehr lesen 9
Schwer bewaffnete porussische Soldaten befinden sich in der Ostukraine. (Symbolbild)
Regierungskräfte haben gemäss unbestätigten Meldungen das Feuer eröffnet. (Symbolbild)
Kiew - Mit einem Sondereinsatz gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes hat die Ukraine zwei Tage vor internationalen Krisengesprächen in Genf den Zorn Moskaus auf sich gezogen. Der ... mehr lesen 10
Ich habe...
...den Eindruck erhalten, dass sich die Ukrainer westlicher Ausprägung und jene Russischer Abstammung gar nicht sehr gut riechen können.
Das bemerke ich auch bei Kommentaren, die angeblich von "Ukrainern" verfasst werden, die bei uns leben und die dann ziemlich extrem pro-westlich sind und offenbar einen ziemlichen Zahn auf die Russen haben.
So ein Land wird auf lange Sicht entweder nicht zusammengehalten werden können oder man unterdrückt eine der beiden Ethnien, wie es zunächst von Kiew aus auch vorgesehen war und was der Hauptgrund für die Eskalation ist.

Mir persönlich scheinen die prowestlichen Vertreter der Ukraine hierzulande, die sich auch gelegentlich in den Foren melden, unglaublich aggressiv und bestimmend aufzutreten, da hätte ich auch als Nichtrusse Mühe damit und ich kann absolut nachvollziehen, dass sich die östlichen, russischstämmigen nicht nur benachteiligt, sondern sogar gefährdet sehen.
Lesen Sie mal in den mainstream-Medien, wo Sie auch Ihren Kommentar abgesetzt haben - es gibt dort weit und breit keine Hoffnung auf einen Konsens, auch unter Schweizern.

Entweder man ist Pro oder Kontra. So einen Staat können Sie höchstens mit einer Stalin-Diktatur unter Zwang und Unterdrückung zusammenhalten.
Es wäre besser, dieses Land zu teilen. Obwohl weder der Westen, noch der Osten damit einverstanden sein wird.
Der Westen nicht, weil die USA ihre Massenvernichtungswaffen vor die Russische Haustüre platzieren möchte und der Osten nicht, weil im Osten nur der ärmere Teil des Landes zu übernehmen wäre.
Eines...
der Hauptprobleme ist, dass in der ukrainischen "Regierung" keine Vertreter des Ostens und des Südens aufgenommen worden sind und diese Regionen daher kein politisches Sprachrohr haben. Dieses Versäumnis wurde auch von der EU als solches gesehen. Daher auch die Forderung der EU nach Bildung einer Regierung der nationalen Einheit, in der alle Parteien, Regionen und Ethnien vertreten sind. Passiert ist aber nichts und so hat man sich sehenden Auges in die Krise geritten.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der Schriftzug das Dach der Vertretung zieren. mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 2°C 3°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Basel 1°C 3°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wechselnd bewölkt
St. Gallen 2°C 2°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, wenig Schnee
Bern 1°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer Schneeregenschauer
Luzern 3°C 4°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Genf 0°C 4°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 7°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten