Putin räumt 'Schwäche' im Anti-Terror-Kampf ein
publiziert: Samstag, 4. Sep 2004 / 19:05 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Sep 2004 / 20:18 Uhr

Beslan - Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine 'Schwäche' seines Landes im Kampf gegen den Terrorismus eingeräumt. Dies erklärte der Kremlchef angesichts des blutigen Endes des Geiseldramas an einer Schule in Nordossetien.

Russland werde 'Massnahmen ergreifen, die auf die Einheit des Landes zielen,' sagte Putin.
Russland werde 'Massnahmen ergreifen, die auf die Einheit des Landes zielen,' sagte Putin.
"Wir haben die Komplexität und die Gefahren der Entwicklungen in unserem Land und in der ganzen Welt nicht verstanden, wir haben nicht angemessen reagiert", sagte Putin am Samstagabend in einer Fernsehansprache.

Putin räumte Versäumnisse bei der Grenzsicherung ein und kündigte die Errichtung eines effizienteren Sicherheitssystems an. Russland habe hier nicht ausreichend "professionell" gehandelt.

Zudem werde Russland "Massnahmen ergreifen, die auf die Einheit des Landes zielen," sagte Putin. Es müsse ein effizientes Krisenmanagement aufgebaut werden, "mit neuen Ansätzen, mit neuen Aktivitäten der Sicherheitskräfte", um für Sicherheit im Nordkaukasus zu sorgen.

Entweder kämpfen oder beugen

"Die Terroristen glauben, sie seien stärker als wir und könnten uns mit ihrer Brutalität einschüchtern und unseren Willen lähmen", fuhr er fort. Russland werde offenbar vor die Wahl gestellt, "entweder die Terroristen zu bekämpfen oder sich ihren Forderungen zu beugen".

Er sei jedoch überzeugt: "Wir haben keine Wahl." "Wir haben Schwäche gezeigt, und die Schwachen werden geschlagen", sagte Putin in seiner zehnminütigen Ansprache. Zu Beginn seiner Rede übermittelte der Staatschef den Familien der Geiseln sein Mitgefühl. Zudem rief er für Montag und Dienstag eine zweitägige Staatstrauer in ganz Russland aus.

Offiziell 323 Tote

Nach neusten offiziellen Angaben sind 323 Menschen getötet worden. Unter den geborgenen Leichen befinden sich laut dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt 156 Kinder.

Weitere Tote werden noch unter den Trümmern des Gebäudes vermutet. Inoffiziell wurde die Zahl von fast 400 Toten nicht ausgeschlossen. Die Nachrichtenagentur ITAR-Tass meldete, dass bei der Stadtverwaltung von Beslan noch 260 Geiseln als vermisst gemeldet seien.

Unter den Toten seien auch die 26 Geiselnehmer. Damit seien vermutlich alle Mitglieder des Kommandos tot. Mindestens zehn Mitglieder der russischen Spezialeinheiten wurden getötet.

Mehr als 700 Verletzte

Verletzt wurden mehr als 700 Menschen, davon sind über 200 Kinder. Die Terroristen hatten während über 50 Stunden bis zu 1200 Geiseln in ihrer Gewalt.

Inzwischen wurde bekannt, dass die Geiselnehmer bereits vor Beginn des Geiseldramas am Mittwoch grosse Mengen an Waffen und Sprengstoff in der Schule deponiert hatten.

Sprengstoff, Waffen und Munition seien während Renovierungsarbeiten in den Sommerferien als Baumaterial auf das Gelände geschmuggelt worden, sagte ein Mitarbeiter des nordossetischen Geheimdienstes der Nachrichtenagentur Interfax.

Weltweites Entsetzen

Weltweit löste das Geiseldrama Entsetzen aus. Europa wie auch die arabische Welt verurteilten das Blutbad in der südrussischen Stadt mit Nachdruck. Papst Johannes Paul II. erklärte, er bete für die Opfer und ihre Familien.

(bert/sda)

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