Russland mit Ambitionen in Asien
Putin will Führungsrolle Russlands im asiatisch-pazifischen Raum
publiziert: Freitag, 7. Sep 2012 / 16:49 Uhr
Putin erwartet an diesem Samstag rund 20 Präsidenten. (Archivbild)
Putin erwartet an diesem Samstag rund 20 Präsidenten. (Archivbild)

Wladiwostok - Moskau blickt nach Osten: Russland pocht auf mehr Einfluss im boomenden asiatisch-pazifischen Raum. Bei einem Gipfeltreffen des aufstrebenden APEC-Wirtschaftsforums unterstreicht Präsident Wladimir Putin die Ambitionen.

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Die Energiegrossmacht strebe in der boomenden Region deutlich mehr Einfluss an, sagte Putin am Freitag beim APEC-Treffen auf einer Insel vor der russischen Pazifikstadt Wladiwostok. Vize-Regierungschef Igor Schuwalow sagte: «Die APEC kann in spätestens zehn Jahren die EU als Russlands grössten Handelspartner ablösen.»

Im Entwurf einer Abschlusserklärung bringen die 21 APEC-Mitglieder ihre Sorge über die Eurokrise zum Ausdruck, die auch eine Wachstumsbremse für den asiatisch-pazifischen Raum sei. «Die APEC-Mitglieder müssen enger zusammenarbeiten, um ihre Märkte vor den Folgen der Eurokrise zu schützen», betonte Putin. Die Störung der Weltwirtschaft sei längst nicht überwunden.

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Putin erwartet an diesem Samstag rund 20 Präsidenten wie den chinesischen Staatschef Hu Jintao und weitere Spitzenpolitiker wie US-Aussenministerin Hillary Clinton zu Gesprächen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Freihandel, die Energiepolitik und der Syrienkrieg.

«Als einer der führenden und verlässlichen Energielieferanten der Welt kann Russland eine Schlüsselrolle spielen», sagte Putin. Die Region mit rund 40 Prozent der Weltbevölkerung verzeichne seit 20 Jahren stetes Wachstum. «Davon wollen wir künftig mehr profitieren.»

Als Beispiel nannte Putin den Export russischer Technik zum Bau von Atomkraftwerken etwa in China. Russland sieht den asiatisch- pazifischen Raum als Wiege einer neuen Weltordnung, in der es neben China ganz vorne mitspielen will.

Teures Treffen

Die Konferenz auf der Insel Russki, die flächenmässig etwas grösser ist, als der Zürichsee, findet unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt. So setzt der Kreml etwa 10'000 Polizisten und Soldaten ein.

Mit Kosten von 16,5 Milliarden Euro ist das Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation APEC teurer als die Olympischen Spiele in London. Eigens für das Treffen wurden eine gigantische Brücke zur Pazifikinsel gebaut und auf dem kargen Eiland ein völlig neues Kongresszentrum aus dem Boden gestampft.

(knob/sda)

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