Sturm auf den Präsidentenpalast in Manila: 3 Tote
Putsch auf den Philippinen: Arroyo greift hart durch
publiziert: Dienstag, 1. Mai 2001 / 16:48 Uhr

Manila - Nach einem gescheiterten Putschversuch auf den Philippinen hat Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo den Ausnahmezustand ausgerufen. Sie liess Politiker und Militärs festnehmen, denen sie Umsturzpläne vorwirft.

Gewaltätige Auseinandersetzungen in Manila.
Gewaltätige Auseinandersetzungen in Manila.
Bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern von Ex-Präsident Estrada wurden bei Strassenschlachten in Manila drei Menschen getötet.

Nach dem gescheiterten Putschversuch und den schwersten Ausschreitungen seit 15 Jahren entschied sich die Präsidentin zu einem entschlossenen Vorgehen: Sie ordnete am Dienstag die Festnahme von Politikern und Militärs an, denen sie «Pläne zum Umsturz der rechtmässigen Regierung» vorwirft.
So verhaftete die Polizei den Senator und früheren Verteidigungsminister Estradas, Juan Ponce Enrile. Dem Oppositionspolitiker wird nach Angaben von Justizminister Hernando Perez Anstiftung zum Aufruhr vorgeworfen. Enrile wies die Anschuldigungen laut einem Polizeisprecher zurück.

Demoverbot ...

Sicherheitskräfte fahndeten ausserdem nach zwei weiteren Senatoren, zwei amtierenden Generälen und einem früheren Polizeichef, die allesamt als Anhänger Joseph Estradas gelten. Arroyo kündigte weitere Festnahmen auf allen Ebenen und möglicherweise sogar im Regierungslager an.
Die Polizei sei angewiesen, alle Pro-Estrada-Kundgebungen in und um Manila aufzulösen und im Keim zu ersticken, sagte Arroyo im Fernsehen. Mit der Verhängung des Ausnahmezustandes kann die Staatschefin zudem der Armee die Unterdrückung des Aufstands befehlen.

... und trotzdem Strassenschlachten

Dennoch lieferten sich am Dienstag Regierungsgegner und Sicherheitskräfte erneut schwere Strassenschlachten in der Hauptstadt. Mehrere Häuser und Autos gingen in Flammen auf. Die Demonstranten waren mit Messern, Knüppeln und Steinen bewaffnet und plünderten mehrere Geschäfte.
Die Sicherheitskräfte gingen mit Wasserwerfern, Tränengas und Warnschüssen gegen die Demonstranten vor. Etwa tausend schwer bewaffnete Soldaten schirmten den Malacanang-Palast ab, den Amtssitz Arroyos.

Drei Tote

In der Nacht zum Dienstag war es Demonstranten zum ersten Mal seit dem Sturz des einstigen Machthabers Ferdinand Marcos im Jahr 1986 gelungen, bis an die schwer bewachten Tore des Präsidentenareals zu gelangen. Die Polizei verhinderte jedoch eine Erstürmung.
Arroyo sagte, die beiden getöteten Polizisten hätten den Palast bewacht und seien von Demonstranten umgebracht worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von einem Protestteilnehmer, der durch einen Kopfschuss getötet wurde. Rund 140 Demonstranten wurden verletzt.

Estrada verlegt

Unter dem Eindruck der gewaltsamen Proteste brachten Sicherheitskräfte den Ex-Präsidenten in ein Gefängnis ausserhalb Manilas. Nach Fernsehberichten wurde Estrada gemeinsam mit seinem Sohn von einem Militärspital per Helikopter in eine Kaserne in der Region Laguna geflogen. Dort sei eigens ein Gefängnis für die beiden errichtet worden.

Estrada rief seine protestierenden Anhänger zur Gewaltfreiheit auf. Zugleich kritisierte er seine Nachfolgerin scharf. «Der Kampf hat gerade erst begonnen». Estrada betrachtet sich weiterhin als rechtmässigen Staatschef. Wegen Korruptionsverdacht wurde er am 20. Januar gestürzt. Im Juni muss er vor Gericht.

(ba/sda)

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