Putschisten: Austritt von Honduras aus OAS
publiziert: Samstag, 4. Jul 2009 / 10:27 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Jul 2009 / 14:45 Uhr

Tegucigalpa - Die Putschisten in Honduras haben den sofortigen Austritt aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verkündet. Damit kamen sie der Organisation zuvor, die Honduras bis heute ein Ultimatum gestellt hatte, um den Konflikt im Land beizulegen.

Beansprucht Präsidentschaft: Roberto Micheletti.
Beansprucht Präsidentschaft: Roberto Micheletti.
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Honduras kündige seine Zustimmung zu der Charta des Staatenbündnisses mit sofortiger Wirkung auf, sagte Vizeaussenministerin Marta Lorena Alvarado bei einem Fernsehauftritt mit Übergangsppräsident Roberto Micheletti.

Honduras lehne «einseitige Massnahmen» und «unwürdige einseitige Resolutionen» durch die OAS ab. «Die OAS ist eine politische Organisation, kein Gericht», sagte Alvarado. Es gebe keine «institutionelle Krise» in ihrem Land.

OAS wirbt vergeblich

Zuvor hatte der Generalsekretär der OAS, Jose Miguel Insulza, bei Gesprächen in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa vergeblich um die Wiedereinsetzung Zelayas geworben. Der Oberste Gerichtshof des Landes liess erneut verlauten, Zelaya werde festgenommen, sollte er aus dem Exil zurückkehren.

Neben Vertretern der Justiz traf Insulza auch Mitglieder der regierenden Liberalen Partei und Vertreter der Kirche. «Das eindeutige Ergebnis ist, dass es einen klaren Verstoss gegen die Verfassung gibt, und dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, im Moment an der Situation nichts ändern wollen», sagte der OAS-Chef.

Ein Treffen mit dem vom Kongress eingesetzten Übergangspräsidenten Micheletti vermied Insulza, um dessen Regierung keine Legitimität zu geben. Micheletti hatte sich vor Insulzas Besuch aber auch offen für eine Neuwahl des Präsidenten gezeigt. Sogar ein Referendum über eine Rückkehr Zelayas hatte er nicht ausgeschlossen.

Kirchner und D'Escoto begleiten Zelaya

Zelaya will am Sonntag nach Honduras zurückkehren. Begleiten wollten ihn Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner, Ecuadors Präsident Rafael Correa und der Präsident der UNO-Generalsversammlung Miguel D'Escoto, wie aus Regierungskreisen in Buenos Aires verlautete.

Zelaya war vor einer Woche im Streit über eine zweite Amtszeit vom Militär ausser Landes gebracht worden und wollte am Sonntag zurückkehren. Dabei sollten ihn Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner und OAS-Generalsekretär Insulza begleiten.

(ht/sda)

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