Putsch auf den Fidschi-Inseln:
Putschisten auf Fidschi halten noch immer 32 Geiseln gefangen
publiziert: Sonntag, 4. Jun 2000 / 18:35 Uhr

Suva - Mehr als zwei Wochen nach dem Umsturzversuch auf den Fidschi-Inseln haben die Putschisten erstmals schriftlich ihre Forderungen gestellt. Die Verhandlungen mit der Militärführung gehen weiter.

Nach langen Verhandlungen mit der Armeespitze legten die Putschisten am Wochenende einen Zehn-Punkte-Plan vor. Militärchef Frank Bainimarama sagte, in der Frage, wann das Kriegsrecht aufgehoben und eine Zivilregierung eingesetzt werden solle, seien beide Seiten noch uneins. Die Verhandlungen sollten am Montagmorgen fortgesetzt werden.

Uneinigkeit über Machtübergabe

Ungelöst ist bisher die Forderung von Putschistenführer George Speight, wonach das Militär die Macht vor der Freilassung der Geiseln abgeben und in die Hände des einflussreichen Rats der Häuptlinge legen solle.
Das Militär will hingegen noch drei Monate nach der Geiselfreilassung die Zügel zur politischen Führung des Landes fest in der Hand behalten, um den Insel-Staat zu stabilisieren.
Ein Militärsprecher sagte, die dreimonatige Frist diene auch dem Schutz der Geiseln, da auch nach ihrer Freilassung Übergriffe nicht auszuschliessen seien.

Verfassung ausser Kraft

Das Militär hatte sich in der Vorwoche Speights Forderung gebeugt und die die 1997 verabschiedete multi-ethnische Verfassung ausser Kraft gesetzt. Damit dürfen nur noch eingeborene Fidschianer hohe Staatsämter bekleiden. Hintergrund des Putsches ist der Konflikt zwischen Fidschi-Ureinwohnern und den Nachfahren der indischen Einwanderer.
Hoffnungen, Putschistenführer Speight könnte noch in der Nacht zum Samstag alle 32 Geiseln freilassen, erfüllten sich nicht. Speight und seine Anhänger halten seit dem 19. Mai den inzwischen vom Militär abgesetzten indisch-stämmigen Regierungschef Mahendra Chaudhry sowie zahlreiche Minister in ihrer Gewalt.
Nach den Vorstellungen der Putschisten soll der einflussreiche Häuptlingsrat (GCC) seinen Kandidaten Ratu Jope Seniloli zum Präsidenten ernennen, der dann eine zivile Regierung aus Angehörigen des GCC und Vertretern der Putschisten bilden soll.
Es steht aber nicht fest, wann und ob der Häuptlingsrat zusammentritt. Ihr Vorsitzender, der ehemalige Premierminister Sitiviveni Rabuka, erklärte, es sei kein Treffen geplant. Putschisten wollen Straffreiheit

Eine weitere wichtige Forderung des Zehn-Punkte-Plans ist die Straffreiheit alle an der Besetzung des Parlaments Beteiligten. Nur unter dieser Bedingung will Speight die Geiseln freilassen. Vor Journalisten sagte er am Sonntag, den Gefangenen gehe es gut. «Ich hätte sie auch alle erschiessen können», fügte er an.
Die Putschisten um Speight hatten die Regierung Chaudhry im Namen der Ureinwohner gestürzt und in ihre Gewalt gebracht. Am vergangenen Montag hatte dann die Armee die Macht übernommen und das Kriegsrecht ausgerufen.
Die Fischi-Ureinwohner stellen knapp die Mehrheit der Bevölkerung des Inselstaates östlich von Australien. Etwa 43 Prozent der Bevölkerung sind Nachfahren der von der früheren Kolonialmacht Grossbritannien Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelten Inder.

(ba/sda)

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