Bestätigung des Bundesgerichts
Pyro-Schmuggler wurden zu Recht verurteilt
publiziert: Donnerstag, 22. Dez 2011 / 12:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 22. Dez 2011 / 14:06 Uhr
Die beiden Basler Fans wollten Pyros ins Stadion schmuggeln. (Symbolbild)
Die beiden Basler Fans wollten Pyros ins Stadion schmuggeln. (Symbolbild)

Lausanne - Fussballfans, die am Eingang eines Stadions mit versteckten Bengalfackeln erwischt werden, können wegen versuchten Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt werden. Das Bundesgericht stärkt den Behörden im Kampf gegen Pyros auf Tribünen den Rücken.

3 Meldungen im Zusammenhang
Zwei Männer aus der Basler Fangruppe «Muttenzerkurve» waren im März vergangenen Jahres zusammen mit Kollegen zum Spiel des FC Basel gegen den FC St. Gallen in die Ostschweiz gefahren. Im Extrazug wurden Pyros verteilt und die Empfänger für deren Abbrennen instruiert.

An der Eingangskontrolle zur St. Galler AFG-Arena fand das Sicherheitspersonal bei den zwei jungen Männern eine Bengalfackel und einen Rauchkörper, die sie in den Unterhosen versteckt hatten. Sie wurden festgenommen und blieben zwei Tage in Untersuchungshaft.

Bedingte Geldstrafen

Das St. Galler Kreisgericht sprach sie im Juni 2010 frei. Das Kantonsgericht verurteilte die beiden Fussballfans dann aber auf Berufung der Staatsanwaltschaft wegen versuchter Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zu bedingten Geldstrafen von 60 Tagessätzen.

Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun bestätigt und die Beschwerden der Verurteilten abgewiesen. Diese hatten argumentiert, der Schuldspruch verstosse gegen den Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten». Bei der Kontrolle vor dem Stadion seien die Männer noch nicht entschlossen gewesen, die Pyros später auch zu zünden.

Grenze zum Versuch überschritten

Es wäre vielmehr möglich gewesen, dass sie die Pyros nach dem Spiel ungenutzt mit nach Hause genommen hätten. Das solches nicht ausgeschlossen sei, zeige sich daran, dass die Polizei bei einem Scharmützel nach dem Ende eines anderen Fussballspiels von Fans mit unabgebrannten Bengalfackeln beworfen worden sei.

Auch ein Flyer der «Muttenzerkurve» erwähne die Möglichkeit, eine Bengale wieder mit aus dem Stadion zu nehmen, wenn es keinen Grund zum Abfeuern gebe. Die Richter in Lausanne erinnern zunächst daran, dass das Sprengstoffgesetz die Verwendung von Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen zu Vergnügungszwecken verbietet.

«Point of no return» am Eingang

Im konkreten Fall hätten die beiden Betroffenen die Grenze zum strafbaren Versuch bereits überschritten. Als «point of no return» sei zu Recht das Erreichen der Zugangskontrolle erachtet worden. Am späteren Abbrennen der Pyros seien die Männer nur gehindert worden, weil die Security sie erwischt habe.

Kein einigermassen vernünftiger Mensch setze sich dem Risiko einer Kontrolle und Festnahme aus, um die Fackeln dann nicht zu zünden. Dass sie vom Abbrennen der Pyros im Stadion tatsächlich noch hätten absehen können, sei nur eine theoretische Möglichkeit, die für die Strafbarkeit keine Rolle spiele.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
St. Gallen - Die St. Galler Jugendanwaltschaft hat einen 16-jährigen Fussballfan ... mehr lesen
Dem Jugendlichen wurde auch ein zweijähriges Stadionverbot aufgebrummt.
Feuerwerk in der AFG Arena.
St. Gallen - Das Kantonsgericht St. ... mehr lesen
St. Gallen - Das Kreisgericht St. ... mehr lesen
Das Gericht entschied, dass das Mitführen von «Pyros» nicht strafbar sei.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 5°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Basel 6°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 5°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 6°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 7°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Genf 9°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten