Qualität bei Kinderbetreuung ist nötig
publiziert: Dienstag, 12. Mrz 2002 / 20:00 Uhr

Bern - Das moderne Leben zwischen Familie und Beruf macht familienexterne Betreuung von Kindern nötig - die Eidg. Koordinationskommission für Familienfragen (EFKK) fordert hier Qualität. Eine gute Familienpolitik soll dabei helfen.



Familienergänzende Betreuung bietet laut EFKK Chancen für Kinder


und ist nicht nur lästiges Übel als Folge der Berufstätigkeit der


Eltern: Vertrauensvolle Freundschaften mit anderen Kindern oder


Betreuern würden dadurch möglich, stellten die rund 140 Teilnehmer


der zweiten EFKK-Jahrestagung in Bern fest.


 


Dies sei vor allem für Kinder aus kleinen und sozial belasteten


Familien wichtig. Zudem sei die isolierte Betreuung durch die


Mutter nicht optimal und eine neue gesellschaftliche Erscheinung.


 


Nebst Tageschulen und Krippen würden unter anderem auch


Tagesfamilien, Nachbarn und Verwandte einen wichtigen Beitrag


leisten. Da sich die Qualität der Betreuung auch Auswirkungen auf


die gesellschaftliche Zukunft habe, sei ein Zusammenspiel von


Familie, Staat und Wirtschaft wichtig.


 


Laut EFKK sollen alle Formen externer Betreuung Wertschätzung


erfahren. Dies könnte vor allem durch gute Ausbildungs- und


Arbeitsbedingungen geschehen.


 


Die öffentliche Hand soll demnach ein vielfältiges und


ausreichendes Angebot zur Verfügung stellen. Deshalb unterstützt


die EFKK unter anderem die parlamentarische Initiative der Zürcher


SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr, die eine Anstossfinanzierung für


familienergänzende Betreuungsplätze fordert.


 


Die EFKK stellte an der Tagung zudem ihre Anliegen für die


Familienpolitik vor. Sie spricht sich für eine Beibehaltung des


Familienlasten- bzw. leistungsausgleich zwischen Haushalten mit und


ohne Kindern aus. Ohne diesen Ausgleich würde die Armutsquote der


Familien statt der heutigen 6,1 bis auf 11,6 Prozent steigen.


 


Die EFKK setzt sich weiter für das Tessiner Modell ein. Dieses


sieht nebst Kinderzulagen Ergänzungsleistungen für


einkommenschwache Familien mit Kindern vor.


 


Weiter strebt die EFKK eine Reform der Familienzulagen an. Diese


müsse auf Bundesebene gelöst werden: Für alle Kinder sollen


mindestens 200 Franken Zulagen ausbezahlt werden, unabhängig vom


Wohnsitzkanton.

(bal/sda)

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