Quartett als Hoffnungsträger
publiziert: Freitag, 28. Jul 2006 / 16:30 Uhr

Mit einer gegenüber 2004 halb so grossen Delegation von neun Athleten nimmt der Schweizer Verband am Montag die Europameisterschaften im 50-m-Becken in Budapest in Angriff.

Die Schweizer Hoffnungen ruhen auf Flavia Rigamonti.
Die Schweizer Hoffnungen ruhen auf Flavia Rigamonti.
Die Aussichten sind dennoch besser als vor zwei Jahren.

Kein nationaler Rekord und nur gerade drei Finalplätze - das war die dürfige Bilanz des Schweizer Teams vor zwei Jahren in Madrid. Damals genossen allerdings ganz klar die Olympischen Spiele in Athen Priorität.

Heuer sind die Europameisterschaften im erneuerten «Alfred Hajos Swimming Complex» auf der Margareteninsel der Saisonhöhepunkt. Zudem geht es für die Schweizer bereits um die Qualifikation für die WM 2007 in Melbourne (18. März bis 1. April). Als Zielsetzung gab der Verband heraus, dass die Athleten ihre Bestzeit unterbieten.

Die grössten Schweizer Hoffnungen ruhen einmal mehr auf der in Dallas studierenden Flavia Rigamonti. Die 25-jährige Tessinerin strebt über 800 m Crawl die zweite EM-Medaille auf der Langbahn an, nachdem sie vor sechs Jahren in Helsinki den Titel gewonnen hatte. Gold dürfte allerdings für die derzeit überragende Französin Laure Manaudou reserviert sein, dahinter ist für «Flav» alles möglich.

«Saison besser beenden»

Im Jahres-Ranking liegt Rigamonti mit einer Zeit von 8:38,88 - ihre Bestmarke aus dem Jahr 2000 steht bei 8:25,91 - auf Rang 17, wobei sechs Europäerinnen (je drei Britinnen und Französinnen) vor ihr klassiert sind.

Auf die Ziele angesprochen, gibt sich die zweifache WM-Zweite über 1500 m Crawl (2001 und 2005) gewohnt bedeckt: «Es war eine durchschnittliche Saison, und ich will sie etwas besser beenden.» Rigamonti bereitet sich seit dem 11. Juli mit ihrem Trainer Steve Collins und weiteren Schwimmerinnen in einem Trainingscamp in Slowenien intensiv auf die EM vor.

Der Nationalmannschafts-Captain Karel Novy bestreitet in der ungarischen Hauptstadt seinen ersten «grossen» Wettkampf als Profisportler; seit März wird er vom Verband im Rahmen eines Athleten-Förderungsprojekts unterstützt.

Dadurch musste er neben dem Chemie-Studium, das er in der vergangenen Woche mit Ausnahme einer dreimonatigen Diplomarbeit abgeschlossen hat, nicht mehr arbeiten. «Das macht psychologisch extrem viel aus», sagte der 26-jährige Romand. Er habe nun viel mehr Zeit für die Erholung, fühle sich frei.

Novy spürt die Verantwortung

Novy, der 2004 den 5. EM-Rang belegte, will in Budapest in der Königsdisziplin über 100 m Crawl erneut in den Final vorstossen und damit dem Verband etwas zurückzahlen.

«Offiziell gibt es keine Erwartungen an mich für die EM, denn der entwickelte Leistungsplan gilt erst für die WM 2007», erklärte Novy. Er spüre jedoch schon die Verantwortung, die er nun habe. Sein Fahrplan stimmt jedenfalls: An den nationalen Meisterschaften Mitte Mai in Genf schwamm er die 100 m in 49,87, womit er erstmals seit 2000 in der Schweiz in einem 50-m-Becken unter 50 Sekunden blieb.

Auch Dominik Meichtry gehört insbesondere über 200 m Crawl zu den Anwärtern auf eine Spitzenklassierung. Der in St. Gallen geborene 21-Jährige, der noch nie in der Schweiz wohnte und derzeit an der Universität in Berkeley, Kalifornien, studiert, hat an den Olympischen Spielen in Athen im starken 200er-Feld den ausgezeichneten 14. Rang erreicht.

Anpassungen an der EM umsetzen

Die kontinentalen Titelkämpfe bezeichnet er allerdings ganz klar als Zwischenstation für Peking 2008. «Budapest ist nicht wahnsinnig wichtig», so Meichtry. Er arbeitet in Berkeley immer noch an der Technik. Die vorgenommenen Anpassungen will er an der EM umsetzen, «dann ist der Wettkampf gelungen.»

Als realistisch im 200-m-Rennen stuft er die Halbfinals der besten 16 ein. Meichtry hat sich seit Anfang Juni mit einem kleinen Team von der Universität während sechs Wochen in Kroatien vorbereitet. Er bestritt dabei sehr viele Wettkämpfe.

Er sei sehr konstant geschwommen, das gebe ihm Zuversicht. In der vergangenen Woche stiess er dann zum Schweizer Team, das sich in Tenero den letzten Schliff holte.

Lütolf: Mit dem Training zufrieden

Mit Brust-Spezialist Remo Lütolf ist ebenfalls zu rechnen, obwohl er seit zwei Jahren nur noch reduziert trainiert. Allerdings gehört über 50 m auch etwas Glück dazu. Der 26-jährige St. Galler Rheintaler schaffte an den Langbahn-EM auf der Sprintstrecke schon dreimal den Einzug in den Final; vor sechs Jahren gewann er Bronze, 2004 verpasste er die Medaille als Vierter um zwölf Hundertstel.

Mit dem Training ist Lütolf zufrieden, weil er jedoch in der letzten Woche Semesterprüfungen absolvieren musste, fühlte er sich danach etwas leer. Bis zu seinem Start am kommenden Freitag ist darum die Erholung ein zentraler Aspekt. Zudem muss er noch an der Spritzigkeit und dem Beingefühl arbeiten.

Ihr Debüt an Elite-EM geben Alessandro Gaffuri, der nur in der mit grossen Ambitionen an den Start gehenden 4x100-m-Staffel zum Zug kommt, und Dimitri Waeber (200 m Brust). Die Schweizer Schwimmer dürfen nur in denjenigen Disziplinen teilnehmen, in denen sie die EM-Limite unterboten haben. «Hundertprozentige Fokussierung auf den Haupteinsatz», lautet die Maxime des Verbandes.

Budapest. EM. Das Schweizer Aufgebot

Männer (7):
Stephan Bachmann (Limmat Sharks Zürich/22 Jahre/200, 400 m Lagen), Alessandro Gaffuri (Red-Fish Neuenburg/25), Flori Lang (SC Uster-Wallisellen/23/50 m Rücken), Remo Lütolf (SC Uster-Wallisellen/26/50 m Brust), Dominik Meichtry (SC Uster-Wallisellen/21/100, 200 m Crawl), Karel Novy (SC Uster-Wallisellen/26/50, 100 m Crawl), Dimitri Waeber (Genf Natation/20/200 m Brust). -- Staffel: 4x100 m Crawl (Gaffuri, Lang, Meichtry, Novy).

Frauen (2):
Flavia Rigamonti (Team Atlantide & Locarno/25/400, 800 m Crawl), Carla Stampfli (SC Solothurn/22/50 m Rücken, 50 m Delfin).

(von Sascha Fey/Si)

 
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