Rad: Beat Zberg bester Schweizer der Lombardei-Rundfahrt
publiziert: Samstag, 18. Okt 2003 / 19:00 Uhr

Mit einem Vorstoss 20 km vor dem Ziel hat Michele Bartoli zum zweiten Mal in Folge die Lombardei-Rundfahrt gewonnen. Der Italiener schlug seinen Landsmann Angelo Lopeboselli im Spurt. Als bester Schweizer erreichte der Urner Beat Zberg den 4. Platz.

Beat Zberg (vorne) wurde vierter bei der Lombardei-Rundfahrt.
Beat Zberg (vorne) wurde vierter bei der Lombardei-Rundfahrt.
Mit elf Fahrern waren die Schweizer in Como zur über 249 km führenden Classique der fallenden Blätter gestartet. Im steigungsreichen Final trat aber nur Beat Zberg in Erscheinung. Der Urner fuhr während rund 30 km zusammen mit Andrea Peron (It) und Juan Antonio Flecha (Sp) an der Spitze.

Nach einem Zusammenschluss von 20 Fahrern reagierte Zberg nicht, als die Vorentscheidung fiel. Immerhin verfügte der Urner aber noch über die Kraft, um 16 Sekunden hinter Dario Frigo (It, 3.) die erste Verfolgergruppe im Spurt um den 4. Rang zu schlagen. Mit dieser Klassierung gelang Zberg die Bestätigung für seinen guten Auftritt an der Strassen-WM.

Nach einem gemächlichen Beginn des Klassikers befand sich Oscar Camenzind bis rund 180 km in der Hauptgruppe. Dann begann der Anstieg zum wichtigsten Hindernis des Tages. Dem Lombardei-Sieger von 1998 ging der Atem aus, womit sich für Camenzind die Ereignisse des Rennens Mailand - Turin vom Mittwoch wiederholten.

Zum zweiten Mal war Michele Bartoli vom italienischen Selektionär Franco Ballerini nicht für die Strassen-WM aufgeboten worden. Entsprechend gross war im südlichen Nachbarland die Polemik. Doch die Krönung seiner Saison wollte Bartoli nicht unter diesem Aspekt verstanden wissen: "Es folgen noch weitere Titelkämpfe."

Das Pech hatte den Italiener am 7. Februar im Training ausserhalb Barcelonas ereilt. Bei einem banalen Sturz auf der regennassen Strasse hatte sich der 33 Jahre alte Radprofi einen zweifachen Bruch des Beckens zugezogen.

Erst ab Mitte August war der Italiener wieder so weit, dass er auf einem höheren Niveau Rennen bestreiten konnte. Ende September entschied Bartoli die hoch eingestufte Lazio-Rundfahrt für sich. Damit war endgültig klar, dass er wieder zu seinem alten Leistungsvermögen zurückgefunden hatte.

Nach seinem taktisch klugen Vorstoss duldete Bartoli nur noch den sieben Jahre jüngeren Angelo Lopeboselli (It) neben sich, den er im Spurt klar schlug. Bartoli ist der erste Fahrer seit Eddy Merckx 1971/72, dem in der Lombardei-Rundfahrt zwei Siege in Folge gelungen sind.

Weil er in dieser Saison nicht mehr so erfolgreich gewesen war, hatte ihm Giancarlo Ferretti, der sportliche Leiter von Fassa Bortolo, für die Zukunft einen weniger gut dotierten Vertrag angeboten. Deshalb wechselt der Classiques-Jäger zur dänischen Mannschaft CSC von Bjarne Riis.

Den Protagonisten der Strassen-WM in Hamilton (Ka) brachte diese Lombardei-Rundfahrt kein Glück. Der erneute Weltcup-Gewinner Paolo Bettini verlor 40 km vor dem Ziel den Kontakt mit den Besten. 20 km später stieg der Italiener in den Mannschaftswagen.

Er sei nicht mehr in Hochform, hatte der WM-Vierte schon vor dem Klassiker erklärt. Es war ein Merkmal des letzten Weltcuprennens der Saison, dass im Final zahlreiche WM-Teilnehmer ins Hintertreffen gerieten.

Zu anstrengend war das Programm auch für den Strassenweltmeister Igor Astarloa gewesen. Der Spanier hatte nach seinem Triumph in Kanada drei Tage lang New York besucht und nach der Rückkehr aus Übersee kaum mehr Gelegenheit für ein vernünftiges Training gefunden.

Zudem musste sich Astarloa den Fragen stellen, die nach dem Titelkampf aufgeworfen wurden. Er, seine Landsleute Aitor Osa und Manuel Beltran, Danilo Di Luca (It) sowie ein Belgier hatten sich am Vorabend des WM-Rennens einer zusätzlichen Dopingkontrolle stellen müssen, weil der vorgängige Bluttest auf den Hämatokritwert auffällige Ergebnisse gezeitigt hatte.

97. Lombardei-Rundfahrt (Como - Bergamo, 249 km, letztes Weltcuprennen der Saison):

1. Michele Bartoli (It) 6:29:41 (38,184 km/h). 2. Angelo Lopeboselli (It) 0:02. 3. Dario Frigo (It) 1:35. 4. Beat Zberg (Sz) 1:47. 5. Miguel Angel Martin Perdiguero (Sp). 6. Cédric Vasseur (Fr). 7. Sergej Gontschar (Ukr). 8. Patrik Sinkewitz (De). 9. Guido Trentin (It). 10. Michael Boogerd (Ho).

11. Peter Luttenberger (Ö). 12. Aitor Garmendia (Sp). 13. Leonardo Piepoli (It). 14. Felix Garcia Casas (Sp), alle gleiche Zeit. 15. Matthias Kessler (De) 1:58. 16. Angel Vicioso (Sp). 17. Frank Schleck (Lux). 18. Juan Antonio Flecha (Sp). 19. David Moncoutié (Fr). 20. Andrea Peron (It).

21. Marcos Serrano (Sp). 22. Carlos Sastre (Sp), alle gleiche Zeit. 23. Alessandro Bertolini (It) 3:08. 24. Markus Zberg (Sz). 25. Gerrit Glomser (Ö), beide gleiche Zeit. 26. Maarten den Bakker (Ho) 3:12. 27. Massimo Giunti (It). 28. Mario Aerts (Be). 29. Isidro Nozal (Sp), alle gleiche Zeit. 30. Michael Rasmussen (Dä) 3:35.

Ferner: 39. Alejandro Valverde (Sp) 5:00. 45. Davide Rebellin (It). 46. Francesco Casagrande (It), beide gleiche Zeit. 52. Alexandre Moos (Sz) 9:31. 59. Daniel Schnider (Sz) 13:29. 66. Martin Elmiger (Sz), gleiche Zeit. -- 191 gestartet, 77 klassiert. Aufgegeben u.a. Paolo Bettini (It), Igor Astarloa (Sp), Oscar Camenzind (Sz).

Weltcup. Schlussklassement (10 Rennen):

1. Bettini 365. 2. Boogerd 220. 3. Peter van Petegem (Be) 219. 4. Rebellin 187. 5. Erik Zabel (De) 186. 6. Danilo Di Luca (It) 140. 7. Mirko Celestino (It) 139. 8. Daniele Nardello (It) 124. 9. Bartoli 124. 10. Casagrande 123. -- Ferner: 16. Astarloa 71. 18. Beat Zberg 62. 28. Markus Zberg 29.

Sportgruppen: 1. Saeco (Di Luca, Celestino) 79. 2. Quick Step Bettini) 72. 3. Alessio (Noé) 47. 4. Rabobank (Boogerd) 47. 5. Fassa Bortolo (Bartoli) 45. 6. Team Telekom (Zabel, Kessler) 30. -- 13. Phonak (Camenzind) 12. -- 19 klassiert.

(von Toni Nötzli, Bergamo /Si)

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