Rad: Favorit David Millar erfüllte die Erwartungen
publiziert: Donnerstag, 9. Okt 2003 / 22:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Okt 2003 / 22:41 Uhr

An der Strassen-WM in Hamilton (Ka) müssen die Schweizer weiterhin auf den ersten Höhepunkt warten. Im Elite-Zeitfahren über 41,3 km erreichten Fabian Cancellara und Jean Nuttli die Ränge 19 und 22. Erstmals Weltmeister wurde der Favorit David Millar (Gb).

Bereits in der Vuelta zeigte David Millar, dass er ein Siegfahrer ist.
Bereits in der Vuelta zeigte David Millar, dass er ein Siegfahrer ist.
Nach 8 km war die Welt für Cancellara noch in Ordnung gewesen. Als Fünfter mit 19 Sekunden Rückstand auf Millar lag er genau im Fahrplan. Danach baute der Berner stark ab. Sein 19. Platz stellt das schlechteste Ergebnis bei einem Titelkampf der letzten fünf Jahre dar.

Cancellara war bei den Junioren zweimal Weltmeister geworden und hatte bei den Espoirs die Silbermedaille gewonnen. "Ich bin ratlos. Ab der zweiten Steigung brachte ich keinen Druck mehr auf die Pedalen", erklärte der Berner.

Letztlich war Fabian Cancellara nur neun Sekunden schneller als Jean Nuttli, der ein weiteres Mal erkennen musste, dass sich seine Ergebnisse im Vorfeld einer WM nicht mit den Leistungen der absoluten Elite vergleichen lassen.

Die unter den Erwartungen der beiden Schweizer ausgefallene Klassierung hat zur Folge, dass Swiss Cycling bei den Olympischen Sommerspielen in Athen im Zeitfahren nur einen Athleten stellen kann.

Als Spezialist der Prüfungen gegen die Uhr hatte Millar vor zwei Jahren beim Titelkampf in Lissabon (Por) mit lediglich 6,3 Sekunden Rückstand auf Jan Ullrich (De) die Silbermedaille gewonnen.

In diesem Jahr war Millar zu Beginn der Tour als Pechvogel bezeichnet worden, weil ihm im Prolog kurz vor dem Ziel die Kette vom Kettenrad gesprungen war. Deshalb verpasste Millar gegen Bradley McGee (Au) um acht Hundertstelssekunden das Maillot jaune. Der Schotte revanchierte sich mit einem Sieg im abschliessenden Tour-Zeitfahren in Nantes.

In der Vuelta wurde Millar gleich in beiden Prüfungen gegen die Uhr von Isidro Nozal (Sp) geschlagen. Doch der Schotte nutzte die Rundfahrt als Vorbereitung auf diese WM. "Meine gute Vuelta gibt mir Zuversicht", erklärte er kurz, nachdem der Tross die Rundfahrt in Madrid abgeschlossen hatte. Und er sollte Recht behalten.

Mit einer neuen Zeitfahr-Maschine und einem neuen Helm dominierte er die schwere Prüfung in Hamilton klar. Nach knapp mehr als der Streckenhälfte überholte Millar den eineinhalb Minute vor ihm gestarteten Nozal.

Auch der drei Minuten früher ins Rennen gegangene Sergej Gontschar (Ukr) wurde ein Opfer Millars. Igor Gonzalez de Galdeano, der zweite Spanier und nach 8 km noch auf Medaillenkurs, gab die Prüfung nach einem Sturz auf.

"Auf einen solchen Tag habe ich lange gewartet. Es lief alles optimal. Mir lag sehr viel an diesem Titelgewinn, weil ich in Athen als Weltmeister an den Start gehen will", hielt Millar fest, der die nächsten Konkurrenten um beinahe anderthalb Minuten hinter sich liess. Als Zweiter kam Michael Rogers (24) zu seiner ersten Auszeichnung bei einer Elite-WM.

Der Australier blickt auf vier Saisonsiege zurück, von denen insbesondere sein Erfolg in der Deutschland-Tour in Erinnerung geblieben ist. Rogers verwies Uwe Peschel (De) um lediglich 0,56 Sekunden auf den 3. Platz.

Peschel war an der letzten WM in Zolder (Be) der grosse Pechvogel gewesen, weil ihn 8 km vor dem Ziel ein Defekt zu einem Maschinenwechsel zwang. So ergab sich statt eines Platzes auf dem Podium lediglich der 5. Rang.

Elite-Zeitfahren (41 km):

1. David Millar (Gb) 51:17 (48,319 km/h). 2. Michael Rogers (Au) 1:25. 3. Uwe Peschel (De) 1:25. 4. Michael Rich (De) 1:35. 5. Isidro Nozal (Sp) 1:39. 6. Dario Frigo (It) 1:51. 7. Wjatschelsaw Jekimow (Russ) 1:58. 8. Marc Wauters (Be) 2:07. 9. Michal Hrazdira (Tsch) 2:13. 10. Bert Roesems (Be) 2:15.

11. Ben Day (Au) 2:19. 12. Eugen Wacker (Kirg) 2:26. 13. Levi Leipheimer (USA) 2:36. 14. Bobby Julich (USA) 2:43. 15. Laszlo Bodrogi (Un) 2:45. 16. Jewgeni Petrow (Russ) 3:03. 17. Gustav Larsson (Sd) 3:03. 18. Dmitri Fofonow (Kas) 3:04. 19. Fabian Cancellara (Sz) 3:05. 20. Sylvain Chavanel (Fr) 3:07.

21. Sergej Gontschar (Ukr) 3:11. 22. Jean Nuttli (Sz) 3:13. 23. Eddy Seigneur (Fr) 3:15. 24. Sergej Matwejew (Ukr) 3:16. 25. Eric Wohlberg (Ka) 3:29.

(von Toni Nötzli, Hamilton/Si)

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