Rad: Roberto Heras gewinnt die Spanien-Rundfahrt
publiziert: Sonntag, 17. Sep 2000 / 17:35 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 17. Sep 2000 / 17:57 Uhr

Madrid - Der Spanier Roberto Heras beendete die 55. Spanien-Rundfahrt als überlegener Sieger. Der 26-jährige Kletterspezialist verwies seinen Landsmann Angel Casero um 2:33 und den Russen Pawel Tonkow um 4:55 auf die nächsten Plätze. Das abschliessende Zeitfahren entschied der Spanier Santos Gonzalez für sich.

Si. Mit einer kraftvollen Demonstration hatte Heras selbst am zweitletzten Tag seinen Anspruch auf den ersten grossen Rundfahrten-Sieg unterstrichen. Der nur 1,61 m grosse und 52 kg leichte Spanier hatte auf dem 1650 m hohen Alto de Abantos nicht nur die letzte von sechs Bergankünften für sich entschieden, sondern auch seinen zweiten Etappensieg erzielt. Sein Vorsprung von knapp viereinhalb Minuten auf Verfolger Casero liess ihn deshalb beruhigt das abschliessende Zeitfahren in Madrid angehen, das er schliesslich im 9. Rang und einem kalkulierten Zeitverlust von 1:53 gegenüber Casero beendete.

Mit Roberto Heras ist ein weiterer Vertreter des neuen spanischen Radsports zur Reife gelangt. Im vergangenen Jahr hatte Oscar Freire mit seinem Weltmeistertitel den Anfang gemacht. Freire hatte seinen Landsleuten in Erinnerung gerufen, dass die Spanier durchaus auch gute Eintages-Spezialisten sein können. Heras, der Vorjahres-Dritte und diesjährige Tour-de-France-Fünfte, gilt nun als neuer Rundfahrten-Star seines Landes, das seit einigen Jahren auf auf der Suche nach einem Nachfolger von Pedro Delgado und Miguel Indurain war.

Im Schatten von Olympia wurde die Spanien-Rundfahrt zu einer grossen Fiesta Española. Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong war gar nicht angereist, Vorjahresgewinner Jan Ullrich gab im Hinblick auf Sydney nach dem ersten Ruhetag auf und selbst Alex Zülle, der dritte Topfavorit, wurde nach einer Woche im Goldtrikot von der Realität wieder eingeholt. Abraham Olano war der erste Iberer, der die spanische Erfolgsserie einläutete. Der Strassen-Weltmeister von 1995 übernahm die Leaderposition nach dem Zeitfahren von Tarragona und überreichte diese in den Pyrenäen zunächst an Santos Gonzalez, bevor in Andorra Angel Casero an der Reihe war.

Die Entscheidung zu Gunsten von Heras fiel in der 16. Etappe im bis zu 23 Prozent steilen Aufstieg zum Angliru, als Heras seinen Gegnern viel Zeit und Casero das Goldtrikot abnahm. Der 26-jährige aus Bejar bescherte damit seiner Kelme-Mannschaft, mit 21 Jahren das älteste Profiteam im Feld, den ersten Sieg in einer der drei grossen Landesrundfahrten. Gleichzeitig ist es der erste spanische Erfolg seit 1998 (Abraham Olano).

Zu einem Erfolg wurde das neue Konzept der Vuelta-Organisatoren. Im Kampf gegen den Einsatz von leistungsfördernden Mitteln wurden die Totaldistanz der Rundfahrt deutlich auf nunmehr 2894 km gekürzt. Kein Tagespensum führte über 200 km, das kürzeste Teilstück mass lediglich 128 km. Als Folge davon liessen es die Fahrer auf keiner Etappe langsam angehen, Bilder von bummelnden Felder waren inexistent. Diese animierte Fahrweise führte auch dazu, dass zum zweiten Mal nach 1997 (Sieger Zülle) ein Stundenmittel von über 41 km erreicht wurde.

Enttäuschend verlief die Vuelta vor allem für die Schweizer Olympia-Teilnehmer. Wie bereits im Juli an der Tour de France brach Alex Zülle komplett an, sobald die Strassen erstmals richtig anstiegen. «Ich fühlte mich kraftlos. Ich glaube, 2000 ist einfach nicht mein Jahr», erklärte der zweifache Vuelta-Gesamtsieger in einer etwas hilflosen Art. Wenig Zuversicht ist auch auf seinen Olympia-Start in Sydney angebracht. Zülle, der vor allem im Zeitfahren als potenzieller Medaillenkandidat galt, brachte auch in der abschliessenden Prüfung gegen die Uhr eine desolate Leistung: Platz 73 mit einem Rückstand von 5:19 Minuten. Ob es ein Fehler war, dass er sich trotzdem zu einer Reise nach Sydney überreden liess? «Ich fühle mich müde. Deshalb hätte ich mich lieber gleich auf die Weltmeisterschaft im Oktober vorbereitet», sagt zumindest Zülle.

Auch für Laurent Dufaux wurde das Rennen zur grossen Ernüchterung. Der Vaudois, der nach seinem Sieg bei der Meisterschaft von Zürich auch in Spanien von sich reden machen wollte, reiste nach der 13. Etappe nach Hause, nachdem er als 57. bereits knapp 50 Minuten hinter der Spitze zurücklag. Damit verblieb die Ehre des besten Schweizers dem Tour-de-Suisse-Sieger Oscar Camenzind, der die Vuelta auf Platz 22 mit 29 Minuten Rückstand abschloss. Eine wichtige Rolle spielten auch Rolf Huser und Fabian Jeker. Innerhalb der Festina-Mannschaft stiegen die zwei Schweizer zu den wichtigsten Helfer des Gesamtzweiten Angel Casero auf.

(sda)

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