Rad: Roberto Heras zum zweiten Mal Vuelta-Sieger
publiziert: Sonntag, 28. Sep 2003 / 19:20 Uhr

Mit einer Gewaltsleistung im Bergzeitfahren am Samstag ist es Roberto Heras gelungen, Isidro Nozal nach 15 Tagen im entscheidenden Augenblick das Leadertrikot der Vuelta noch zu entreissen. Heras siegte zum zweiten Mal nach dem Jahre 2000.

Heras siegte zum zweiten Mal nach dem Jahre 2000. (Bild: Archiv)
Heras siegte zum zweiten Mal nach dem Jahre 2000. (Bild: Archiv)
Nach dem zweiten grossen Zeitfahren der Spanien-Rundfahrt in Albacete wies Heras 5:13 Minuten Rückstand auf Isidro Nozal auf. Die Sache schien gelaufen, auch wenn noch die Bergankünfte auf Pandera und in der Sierra Nevada sowie das Bergzeitfahren auf die Abantos-Höhe ausstanden.

Den Schlüssel zum Erfolg fand aber Heras am letzten Freitag am Navacerrada-Pass, als der damalige Gesamterste Zeichen von Schwäche erkennen liess. Noch blieben Nozal danach 1:55 Minuten Vorsprung.

Die 11,2 km des Bergzeitfahrens zwischen Escorial und Abantos zeigten jedoch, dass der Newcomer aus Kantabrien mit seinen Kräften am Ende war. Nach der halben Distanz lag er 51 Sekunden hinter Heras. 2 km vor dem Ziel herrschte im Gesamtklassement Gleichstand, und über die restliche Distanz war Nozal nochmals 33 Sekunden langsamer als sein Herausforderer.

Weil ein Unglück selten alleine kommt, büsste Igor Gonzalez de Galdeano seinen 3. Rang ein, und Once wurde im Mannschaftsklassement von ibanesto.com überflügelt.

Nozal versprach Revanche

"Ich habe allen Respekt vor Heras. Er verlor nie den Mut und verfügte über die Kraft, auch am Ende der Rundfahrt noch aufzutrumpfen. Ich komme nächstes Jahr zurück. Dann fahre ich um den Sieg", sagte Nozal.

"Ich hätte nie damit gerechnet, dass es mir noch gelingen würde, Isidro zu entthronen", meinte Heras, der die Enttäuschung seines Gegners nachvollziehen konnte. Vor Jahresfrist war er im Zeitfahren des letzten Tages in Madrid als Leader von Aitor Gonzalez (Sp) auf den 2. Schlussrang verwiesen worden.

Für den 29-jährigen Roberto Heras stellte dieser zweite Vuelta-Triumph die Krönung einer Saison dar, in der er ausgerechnet seine wichtigste Aufgabe nicht richtig hatte wahrnehmen können.

Mit einer peinlichen Akribie hatte er sich auf die Tour de France vorbereitet und im Juni mit seinem 2. Platz in der Katalonischen Woche bewiesen, dass der Formaufbau richtig war. Auf den Strassen Frankreichs hinderte ihn aber eine Bronchitis, Lance Armstrong so zur Seite zu stehen, wie dies eigentlich vorgesehen gewesen war. Eine Antibiotika-Kur brachte den Radprofi aus der Salamanca wieder auf den Damm.

In der Burgos-Rundfahrt im August merkte Heras, dass die Baisse überwunden war. Der Gesamtsieger war von starken Helfern umgeben, und in Sachen Vuelta kann Heras als Spezialist bezeichnet werden. Seit 1997 war er nie schlechter als im 6. Schlussrang klassiert.

Bescheidene Schweizer

Das letzte Teilstück in Madrid wurde im Massesnpurt entschieden und mit grosser Deutlichkeit von Alessandro Petacchi vor Erik Zabel (De) gewonnen. Der nicht für die Strassen-WM nominierte Italiener blickt auf fünf Etappensiege zurück. Noch besser war 1994 Laurent Jalabert (Fr) mit sechs Erfolgen.

Jenseits der spanischen Grenzen warf die Vuelta keine grossen Wellen. Als beinahe nationale Angelegenheit hat die Rundfahrt viel von ihrem früheren Nimbus als ausgezeichnete WM-Vorbereitung verloren. Abgesehen von Heras Kraftakt verlief die dritte Woche langweilig.

Aus Schweizer Sicht zeigte Fabian Jeker mit seinem 4. Rang im Bergzeitfahren, dass er ohne seinen Sturz im Final des vierten Tagespensums im Gesamtklassement hinter den Top-Fahrern gute Figur gemacht hätte.

Weit verfehlt hat das Team Phonak sein Ziel, seine Position in der Weltrangliste der Sportgruppen zu verbessern. Oscar Pereiros 17. Schlussrang bildet die dürftige Ausbeute der einzigen Schweizer Mannschaft der 1. Division.

Resultat der 21. Etappe

Madrid - Madrid (140,6 km)

1. Alessandro Petacchi (It) 3:51:19 (37,8 km/h). 2. Erik Zabel (De). 3. Fred Rodriguez (USA). 4. Alexander Usow (WRuss). 5. Angel Edo (Sp). 6. Miguel Angel Martin Perdiguero (Sp). 7. Calcagni. 8. Valverde. 9. Carlos Torrent (Sp). 10. Angelo Furlan (It).

11. Tom Boonen (Be). 12. Inaki Isasi (Sp). 13. Francisco Gutierrez (Sp). 14. Fabrizio Guidi (It). 15. Daniele Righi (It). 16. Patrick Sinkewitz (De). 17. Ferrio. 18. Pablo Lastras (Sp). 19. Thomas Bruun (Dä). 20. Sergej Iwanow (Russ).

Ferner: 58. Zucconi. 72. Jeker. 87. Heras. 90. Nozal. 122. Bertogliati. 126. Aebersold. 128. Zberg, alle gleiche Zeit. -- 159 klassiert.

Schlussklassement

1. Heras 69:31:52. 2. Nozal 0:28. 3. Valverde 2:25. 4. Gonzalez de Galdeano 3:27. 5. Mancebo 4:47. 6. Manuel Beltran (Sp) 5:51. 7. Michael Rasmussen (Dä) 5:56. 8. Cardenas 6:33. 9. Unai Osa 6:51. 10. Luis Perez (Sp) 7:56.

11. Santos Gonzalez 9:08. 12. Sevilla 9:52. 13. Michele Scarponi (It) 10:13. 14. Serrano 12:51. 15. Garcia Casas 14:18. 16. Txema Del Olmo (Sp) 14:38. 17. Oscar Pereiro (Sp) 17:05. 18. Iker Flores (Sp) 18:31. 19. Guido Trentin (It) 29:34. 20. José Jufre (Sp) 33:30.

Ferner: 65. Jeker 2:12:02. 72. Zabel 2:19:28. 77. Zberg 2:29:30. 120. Petacchi 3:18:22. 128. Calcagni 3:23:31. 133. Zucconi 3:29:05. 144. Aebersold 3:38:59. 154. Bertogliati 3:50:29.

Spezialklassemente

Punkte: 1. Zabel 181. 2. Valverde 161. 3. Petacchi 161. 4. Cardenas 123. 5. Rasmussen 99. 6. Nozal 92. -- 37. Jeker 26. 57. Calcagni 17. 58. Zberg 16. p> Bergpreis: 1. Cardenas 204. 2. Aitor Osa 112. 3. Horrach 101. 4. Valverde 100. 5. Perez 72. 6. Heras 64. -- 15. Jeker 38.

Kombination: 1. Valverde 9. 2. Cardenas 13. 3. Heras 14. 4. Rasmussen 21. 5. Nozal 27. 6. Unai Osa 28. -- 29. Jeker 117. 43. Zberg 177.

Sportgruppen: 1. ibanesto.com (Mancebo) 208:43:05. 2. Once-Eroski (Nozal) 1:03. 3. Kelme (Valverde) 17:07. 4. Cofidis (Perez) 30:22. 5. Milaneza (Jeker) 37:38. 6. Euskaltel (Flores) 38:11.

8. US Postal (Heras) 1:31:45. 12. Rabobank (Zberg) 3:09:00. 17. Phonak (Pereiro, Aebersold) 4:12:41. 19. Lampre (Bertogliati) 5:22:57. 21. Saunier Duval-Vini Caldirola (Zucconi, Calcagni) 7:47:15.

(bert/Si)

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