99. Paris-Roubaix
Rad: Servais Knaven der «falsche» Sieger
publiziert: Sonntag, 15. Apr 2001 / 20:56 Uhr

Roubaix - Auch in der Classique Paris-Roubaix hat ein Aussenseiter den Stars ein Schnippchen geschlagen. Der 30-jährige Holländer Servais Knaven entwich 10 km vor dem Ziel aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe und errang nach 254 km auf der Rennbahn in Roubaix den mit Abstand bedeutendsten Sieg seiner Karriere.

Eigentlich hätte Knaven mit seinem Vorstoss bloss das Terrain für seine Teamkollegen John Museeuw (Be) und Romans Vainsteins (Lett) ebnen sollen, denn die Fahrer der Sportgruppe Domo waren zu viert in der Vorhut vertreten. George Hincapie (USA) und Ludo Dierckxens (Be), im Finale die beiden einzigen Kontrahenten des Domo-Quartetts, vermochten Knavens Attacke aber nicht mehr zu kontern.

Der Weg war somit frei für Knaven. Kronfavorit Museeuw und Weltmeister Vainsteins waren die Hände gebunden. Mit leicht säuerlichen Mienen sahen sie den Domestiken und den Triumph entschwinden. Nach dem Sieg von Gianluca Bortolami (It) in der Flandern-Rundfahrt eine Woche zuvor hatten die Favoriten auch in Roubaix das Nachsehen.

Schliesslich errangen die Domo-Leute mit Knaven, Museeuw und Vainsteins einen Dreifach-Erfolg. Dies war dem Rennstall Mapei (1996, 1998 und 1999) schon dreimal gelungen, damals wie jetzt bei Domo führte der Belgier Patrice Lefévère als Manager die Regie. Der zweifache Sieger Museeuw fuhr in Roubaix schon zum fünften Mal aufs Podest; Vainsteins übernahm die Führung im Gesamt-Weltcup. Der Lette muss sich nun entscheiden, ob er am kommenden Sonntag bei Lüttich-Bastogne-Lüttich das Trikot des Weltmeisters oder jenes des Weltcup-Leaders tragen soll. Lefévère hatte Ende der letzten Saison zusammen mit Museeuw und Wilfried Peeters (Be) von Mapei zum neuen belgischen Rennstall Domo gewechselt und zugleich Vainsteins verpflichtet.

Den Grundstein zum Triumph der belgischen Equipe legte der Routinier Peeters, der nach einer fast 75 km langen Flucht erst 15 km vor dem Ziel wieder eingeholt wurde. Während Peeters voraus pedalte, konnten Knaven, Museeuw und Vainsteins in der Verfolgergruppe reichlich Kraft sparen und so im Finale zum grossen Coup ansetzen.

Der gute Roller Knaven ist zwar schon seit acht Jahren Profi, einen Sieg von gewissem Wert hat er freilich erst einmal verbuchen können: 1995 wurde er Landesmeister. Im Finale der Pavés-Classique im Norden Frankreich profitierte für einmal er von einer günstigen Rennkonstellation. Mit gut einer halben Minute Vorsprung vor Museeuw brachte er in der 99. Austragung den fünften holländischen Erfolg unter Dach und Fach. Vorletzter Paris-Roubaix-Sieger aus Holland war 1983 Hennie Kuiper gewesen.

Die Sportgruppe Mapei, die mit Ballerini, Tafi und Museeuw die letzten drei Sieger stellte, war schon früh aus der Entscheidung gefallen. Ballerini (36) beendete seine Karriere in Roubaix als 32. Aus der Schweiz startete nur Rubens Bertogliati zur Classique mit den 24 Pavés-Abschnitten. Der Helfer aus der italienischen Mannschaft Lampre gab das bisher schwersten Rennen der Saison wie 134 andere Fahrer auf. Nicht nur die knapp 50 km Kopfsteinpflaster, sondern auch Regen, Kälte und Wind machten den Fahrern zu schaffen. Im Wald von Arenberg, dem berüchtigsten Pavé-Teilstück, stürzte die französische Hoffnung Philippe Gaumont (Sieger 1997) schwer und brach den rechten Oberschenkel. Gaumont muss drei Monate pausieren.

(kil/sda)

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