Rad: WM Hamilton - Oscar Camenzind, ein harter Knochen
publiziert: Donnerstag, 9. Okt 2003 / 10:52 Uhr

Hamilton - An der Strassen-WM in Hamilton (Ka) ist Paolo Bettini für das Elite-Rennen vom Sonntag der grosse Favorit. Allgemein wird in der über 258,3 km führenden Prüfung ein Zweikampf Italien gegen Spanien erwartet. Oscar Camenzind zählt zu den Medaillenanwärtern.

Oscar Camenzind könnte mit einem Erfolg in Hamilton seine Saisonbilanz deutlich aufbessern.
Oscar Camenzind könnte mit einem Erfolg in Hamilton seine Saisonbilanz deutlich aufbessern.
Nach seinem schlimmen, durch einen Gegner verursachten Sturz in der Flandern-Rundfahrt fand Camenzind ausreichend Zeit, um sich auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten. Erst Ende Mai kehrte der Strassenweltmeister von 1998 in den Rennbetrieb zurück.

Grosser Respekt

Der Sieg in der 3. Etappe der Sachsen-Rundfahrt ist Camenzinds einziges valables Ergebnis. Aber die Vorstellungen des Innerschweizers in den italienischen WM-Vorbreitungsrennen nötigten den Konkurrenten Respekt ab.

"Oscar wird im Titelkampf ein harter Knochen", lautete der allgemeine Tenor im italienischen Lager.

Der Schweizer Nationalcoach Jean-Claude Leclercq hat eine Mannschaft von Routiniers zusammengestellt, in der die von sich aus verzichtenden Alex Zülle, Laurent Dufaux und Markus Zberg fehlen.

Das Problem des Teamleaders Camenzind wird dabei das Gleiche sein wie in den Weltcuprennen: Es gibt immer weniger Fahrer, die jenseits der 200-km-Marke noch Leistung zu bringen vermögen.

Ohne Cipollini und Petacchi

Die ersten Sechs der Tour de France führen sich die WM nur aus der Ferne zu Gemüte. Lance Armstrong, Jan Ullrich, Alexander Winokurow, Iban Mayo und Haimar Zubeldia haben ihre grossen Taten im Juli vollbracht, die Phonak-Neuerwerbung Tyler Hamilton kuriert eine Sturzverletzung aus der Holland-Rundfahrt aus.

Zuletzt entschloss sich auch der Weltmeister des letzten Jahres, Mario Cipollini, auf das Abenteuer in Übersee zu verzichten. Nach seinem Sturz am Ende der 11. Giro-Etappe übte der Super-Sprinter seine Arbeit nur noch zweimal aus: im August an einem Einladungs-Omnium in Bozen und am ersten Tag der Vuelta, um seinen Teamkollegen die Teilnahme zu sichern.

Cipollinis Forfait hinterliess keine Lücke. Italiens Coach Franco Ballerini konnte sich sogar den Luxus leisten, den neuen Sprintkönig Alessandro Petacchi oder Eintagsrennen-Spezialisten wie Michele Bartoli oder Davide Rebellin zu Hause zu lassen.

Sie passten nicht in sein Konzept. Zu Petacchi hielt Ballerini fest: "Von den 260 km sind 70 km Steigung. Wo will Alessandro da noch zu einem Sprint ansetzen?"

Dreifaches Glück?

Mit dem "Geist von Zolder" will Ballerini Cipollinis Nachfolger hervorbringen. Der kann voraussichtlich nur Paolo Bettini heissen. Der frühere Bartoli-Helfer hat sich zu einem äusserst starken Allrounder entwickelt. Ein WM-Titel würde das Bettinis Glück vollkommen machen.

Seit dem vergangenen Sonntag steht er zum zweitenmal als Weltcup-Gesamtsieger fest, und wenige Tage zuvor hatte seine Frau Monica die Tochter Veronica geboren. Sollte Bettini wider Erwarten ausfallen, könnten bei der Squadra azzurra Francesco Casagrande oder Danilo Di Luca in die Bresche springen.

Bettinis grosser Gegenspieler ist Oscar Freire. Gelingt dem Spanier der dritte Titelgewinn nach 1999 und 2001, wäre er der vierte Fahrer nach Alfredo Binda (1927/30/32), Rik van Steenbergen (1949/56/57) und Eddy Merckx (1967/71/74), der zum dritten Mal das Regenbogentrikot erobert.

Der in den grossen Eintagesrennen erprobte Igor Astarloa sowie der kometenhaft aufgestiegene, erst 23-jährige Aljeandro Valverde (Vuelta-Dritter) sind weitere Trümpfe im Aufgebot des spanischen Selektionärs Francisco Antequera.

Die stärksten Fahrer der anderen Teams werden versuchen, als lachende Dritte aus dem Duell zwischen den Italienern und den Spaniern hervorzugehen. Die schwere Strecke mit einer Gesamtsteigung von 4200 m -- wie in einer schweren Bergetappe einer Rundfahrt -- lässt keinen Zufallssieger erwarten.

Als Anwärter auf einen Platz auf dem Podium werden Michael Boogerd (Ho), Peter van Petegem (Be), George Hincapie und Levy Leipheimer (beide USA) sowie Romans Vainsteins (Lett, Weltmeister 2000 in Plouay) genannt.

Medaillengewinner der letzten Jahre

1993 1. Armstrong (USA) 2. Indurain (Sp) 3. Ludwig (De) 1994 1. Leblanc (Fr) 2. Chiappucci (It) 3. Virenque (Fr) 1995 1. Olano (Sp) 2. Indurain (Sp) 3. Pantani (It) 1996 1. Museeuw (Be) 2. Gianetti (Sz) 3. Bartoli (It) 1997 1. Brochard (Fr) 2. Hamburger (Dä) 3. Van Bon (Ho) 1998 1. Camenzind (Sz) 2. Van Petegem (Be) 3. Bartoli (It) 1999 1. Freire (Sp) 2. M. Zberg (Sz) 3. Robin (Fr) 2000 1. Vainsteins (Lett) 2. Spruch (Pol) 3. Freire (Sp) 2001 1. Freire (Sp) 2. Bettini (It) 3. Hauptmann (Sln) 2002 1. Cipollini (It) 2. McEwen (Au) 3. Zabel (De)

WM 2002 in Zolder (Be)

Elite (256 km): 1. Mario Cipollini (It) 5:30:03 (46,536 km/h). 2. Robbie McEwen (Au). 3. Erik Zabel (De). 4. Andrej Hauptmann (Sln). 5. Zoran Klemencic (Sln). 6. Jimmy Casper (Fr), alle gleiche Zeit. -- 46. Oscar Camenzind 0:59. 64. Roger Beuchat 1:26. 67. Mauro Gianetti gleiche Zeit. 75. Beat Zberg 1:59. 102. Niki Aebersold gleiche Zeit. 114. Aurélien Clerc 2:40. 117. Martin Elmiger gleiche Zeit. 148. Fabian Cancellara 2:58. 161. Rolf Huser 4:33.

Espoirs (166,4 km): 1. Francesco Chicci (It) 3:36:28 (46,122 km/h). 2. Francisco Gutierrez (Sp). 3. David Loosli (Sz). 4. Sergej Lagutin (Usb). 5. Geoffroy Lequatre (Fr). 6. Gregory Rast (Sz). -- 32. Oliver Zaugg. 49. Michael Albasini, alle gleiche Zeit. 124. Daniel Gysling 3:37.

Junioren (128 km): 1. Arnaud Gérard (Fr) 2:50:17 (45,101 km/h). 2. Jukka Vastaranta (Fi). 3. Nicolas Sanderson (Au). 4. Tom Veelers (Ho). 5. Matej Jurco (Slk). 6. Joost van Leijden ((Ho), alle gleiche Zeit. -- 23. Pascal Zaugg 0:09. 31. Manuel Rhyn. 32. Nazareno Rossi. 107. Thomas Frei, alle gleiche Zeit. 129. David Vittoria 5:44.

Frauen (128 km): 1. Susanne Ljungskog (Sd) 2:59:15 (42,845 km/h). 2. Nicole Brändli (Sz) 3. Joana Somarriba (Sp). 4. Sara Carrigan (Au), alle gleiche Zeit. 5. Alison Wright (Au) 0:18. 6. Olga Sliussarewa (Russ). -- 17. Priska Doppmann gleiche Zeit. 28. Annette Beutler 0:27. 31. Marcia Eicher-Vouets gleiche Zeit. 60. Denise Baumann 1:30. 78. Sarah Grab 6:49.

Juniorinnen (76,8 km): 1. Suzanne De Goede (Ho) 1:59:00 (38,723 km/h). 2. Claudia Stumpf (De). 3. Monica Holer (Sd). 4. Nathalie Tirard (Fr). 5. Magen Long (USA). 6. Belinda Gross (Au). -- 9. Judith Baumann. 24. Monika Furrer, alle gleiche Zeit.

(Toni Nötzli/sda)

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