Radioaktive Spuren auch in Beresowski-Büro gefunden
publiziert: Dienstag, 28. Nov 2006 / 16:47 Uhr

London - Die Affäre um den vergifteten Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko nimmt immer grössere Ausmasse an.

Der russische Finanzmagnat Boris Beresowski ermittelte selbst im Fall Chodorkowski/Yukos.
Der russische Finanzmagnat Boris Beresowski ermittelte selbst im Fall Chodorkowski/Yukos.
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Die radioaktive Substanz Polonium 210, an der Litwinenko starb, wurde inzwischen an sieben verschiedenen Orten in London entdeckt.

Darunter ist laut Scotland Yard auch ein Büro des russischen Milliardärs Boris Beresowski, der in Grossbritannien im Exil lebt. Aus seiner Umgebung verlautete, Beresowski fürchte nun ebenfalls um sein Leben.

Die Büroräume in der Londoner Innenstadt, wo Polonium-Spuren in der vierten Etage eines Gebäudes gefunden wurden, blieben versiegelt. Litwinenko ging dort angeblich regelmässig aus und ein.

Ermittlungen laufen weiter

Die Polizei ermittelte aber noch, ob der ehemalige Agent auch am Tag des mutmasslichen Giftanschlags, dem 1. November, dort zu Besuch war. Litwinenko war am vergangenen Donnerstag in einer Londoner Klinik gestorben.

Beresowski, der in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein Vermögen angehäuft hatte, gilt als erbitterter Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Aus Angst vor einer Gefängnisstrafe setzte sich der Milliardär schon vor Jahren aus Russland nach Grossbritannien ab. Nach britischen Presseberichten hat er Litwinenkos Unterhalt in den vergangenen Jahren mitfinanziert.

Polonium auf der Spur

Spuren von Polonium 210 wurden auch in Litwinenkos Wohnung sowie in den Räumen einer Sicherheitsfirma entdeckt, wo er zu Besuch war. Ausserdem wurde das radioaktive Material in einem japanischen Restaurant und einer Hotelbar nachgewiesen, wo er sich am 1. November mit Kontaktmännern getroffen hatte, und in den beiden Spitälern, in denen er behandelt wurde.

Der italienische Geheimdienstexperte Mario Scaramella, der Litwinenko in einer Sushi-Bar getroffen hatte, hielt sich nach Informationen der Fernsehsender Sky News und BBC News 24 in London für medizinische Tests auf.

Scaramella stehe unter Polizeischutz und solle auf Polonium untersucht werden. Die Londoner Polizei bestätigte die Berichte zunächst nicht. Die Leiche Litwinenkos soll am kommenden Freitag obduziert werden.

(fest/sda)

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