Raubüberfall
Radioaktives Material in Mexiko sicher gestellt
publiziert: Donnerstag, 5. Dez 2013 / 07:47 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Dez 2013 / 15:25 Uhr
Transport von radioaktivem Material. (Symbolbild)
Transport von radioaktivem Material. (Symbolbild)

Entwarnung nach zweitägiger Grossfahndung: Mexikanische Sicherheitskräfte haben am Mittwoch einen gestohlenen Lastwagen mit radioaktiver Ladung wiedergefunden.

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Das von dem Lastwagen transportierte medizinische Gerät mit der strahlenden Substanz sei in der Nähe des Fahrzeugs entdeckt worden, sagte der Einsatzleiter der mexikanischen Atomaufsicht (CNSNS), Mardonio Jiménez. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht.

Der gestohlene Lastwagen wurde nördlich von Mexiko-Stadt in Hueypoxtla im Bundesstaat Mexiko entdeckt. Das Fahrzeug hatte ein mit 60 Gramm Kobalt-60 betriebenes Gerät zur Krebstherapie geladen, das am Montag von einem Spital in der nördlichen Stadt Tijuana in ein Zentrum für radioaktive Abfälle gebracht werden sollte.

Nach Aussage des Fahrers wurde er an einer Tankstelle in Tepojaco bei Mexiko-Stadt überfallen. Zwei Unbekannte hätten ihn dort mit Schusswaffen bedroht und den Lastwagen gestohlen. Offenbar hatten es die Räuber auf den mit einem Kran ausgestatteten Lastwagen abgesehen.

Radioaktives Kobalt entfernt

Die Räuber hätten den Metallbehälter geöffnet und das radioaktive Material entnommen, sagte Jiménez der Nachrichtenagentur dpa. "Diese Leute hatten nicht die geringste Ahnung, was sie da rausgeholt haben. Anscheinend waren es keine Spezialisten." Das radioaktive Material wurde mehr als 500 Meter entfernt auf einem Feld sichergestellt.

Wer auch immer die Substanz angefasst habe, sei mit allergrösster Wahrscheinlichkeit "bereits tot oder wird sterben", sagte CNSNS-Chef Juan Eibenschutz im Fernsehen. Auch die IAEA bezeichnete das eigentlich für medizinische Zwecke gedachte Material als "extrem gefährlich". Ein ungeschützter Kontakt mit Kobalt-60 könne innerhalb weniger Minuten tödlich enden.

Für andere Menschen stellen die Betroffenen laut IAEA aber kein Gesundheitsrisiko dar. Eine erhöhte Strahlenbelastung in der Gegend sei nicht gemessen worden.

Nach dem Überfall hatten die Behörden eine Grossfahndung in sechs Bundesstaaten und der Hauptstadt Mexiko-Stadt eingeleitet. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den verdächtigen Lastwagen über Notrufnummern zu melden.

Schon etliche Zwischenfälle

Im Jahr 2000 waren bei einem Unfall mit Kobalt-60 in Thailand drei Menschen ums Leben gekommen. In Brasilien starben 1987 vier Menschen, als ein ähnliches medizinisches Gerät als Schrott verkauft und aufgebrochen wurde.

Experten warnen seit langem vor der Gefahr radioaktiven Materials, das nur schlecht gesichert in Spitälern, auf dem Gelände von Hochschulen und auf dem Gelände mancher Firmen gelagert wird.

Im vergangenen Jahr wurden der IAEA 17 Zwischenfälle bekannt, bei denen strahlendes Material in unbefugte Hände gelangte oder zum Verkauf angeboten wurde. Daneben gab es 24 Fälle, in denen solches Material gestohlen wurde oder verloren ging.

Besondere Gefahrengebiete sind Gebiete, die früher zur Sowjetunion gehört hatten, darunter Tschetschenien, Georgien und Moldawien. Dort wurden 2011 mehrfach Verdächtige festgenommen, die waffenfähiges Uran verkaufen wollten.

(bert/sda)

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