Aktionäre erhalten mehr Rechte
Räte einigen sich über Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative
publiziert: Donnerstag, 15. Mrz 2012 / 09:59 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Apr 2012 / 20:38 Uhr
Der Nationalrat nahm den Antrag der Einigungskonferenz am Donnerstag diskussionslos an.
Der Nationalrat nahm den Antrag der Einigungskonferenz am Donnerstag diskussionslos an.

Bern - Der indirekte Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative steht: Die Räte haben die letzte Differenz bereinigt. Die Gesetzesrevision erfüllt die meisten Forderungen der Initiative, lässt den Aktionären aber mehr Spielraum.

11 Meldungen im Zusammenhang
Die letzte Differenz zwischen den Räten betraf Regeln für Abgangsentschädigungen und Vorauszahlungen. Weil sich National- und Ständerat nicht einigen konnten, musste eine Einigungskonferenz aus Mitgliedern beider Räte einen Vorschlag erarbeiten.

Diese entschied sich für die Version des Ständerats. Der Nationalrat zeigte sich aber einverstanden: Er nahm den Antrag der Einigungskonferenz am Donnerstag diskussionslos an. Damit ist der indirekte Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative bereit für die Schlussabstimmung.

Nahe an der Initiative

Die Gesetzesrevision, über welche die Räte vier Jahre lang gestritten haben, stärkt die Rechte der Aktionäre. Ziel ist es, auf diesem Weg Lohn- und Bonusexzesse einzudämmen. Das Parlament hat sich stark an der Abzocker-Initiative von Thomas Minder orientiert.

Zu den zentralen Forderungen der Initiative gehört, dass die Aktionäre börsenkotierter Unternehmen jährlich über die Gesamtsumme der Vergütungen des Verwaltungsrats, des Beirats und der Geschäftsleitung abstimmen sollen.

Aktionäre entscheiden

Dies sieht auch der indirekte Gegenvorschlag vor. Bei den Löhnen der Geschäftsleitung sollen die Aktionäre aber via Statuten selbst entscheiden können, ob die Abstimmung bindende oder konsultative Wirkung hat.

Entscheiden sie sich für eine konsultative Abstimmung, können die Aktionäre mit einem Nein lediglich zum Ausdruck bringen, dass sie mit der Lohnpolitik des Unternehmens nicht einverstanden sind.

Wahlen alle drei Jahre

Auch bei der Wahl der Verwaltungsratsmitglieder lässt der Gegenvorschlag den Aktionären mehr Spielraum. Die Initiative fordert, dass die Verwaltungsratsmitglieder und der Verwaltungsratspräsident jährlich durch die Generalversammlung gewählt werden müssen.

Gemäss dem Gegenvorschlag können die Aktionäre in den Statuten auch eine zwei- oder dreijährige Amtsdauer festlegen. Sie können ausserdem bestimmen, dass der Präsident vom Verwaltungsrat gewählt wird.

(knob/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Thun - Die Delegierten der FDP ... mehr lesen 10
Laut Philipp Müller vertreibt eine Annahme der Initiative Grossunternehmen aus der Schweiz. (Archivbild)
76 Prozent wollen eine Lohnobergrenze.
Zürich - Vor der voraussichtlich im März stattfindenden Abstimmung über die Abzocker-Initiative wird der Ruf nach einer Lohnobergrenze lauter. Über drei Viertel der Schweizer ... mehr lesen
Bern - Thomas Minder zieht die ... mehr lesen 1
Minder zieht Abzocker-Initiative nicht zurück.
Die Schweizer Bürger stimmen über die Abzockerinitiative ab.
Bern - Das Stimmvolk wird sich bald ... mehr lesen 1
Bern - Das Stimmvolk soll die Wahl haben zwischen der Abzocker-Initiative und ... mehr lesen
Das Stimmvolk hat die Wahl.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Simonetta Sommaruga spricht sich für den Mittelweg aus.
Bern - Das Stimmvolk soll über eine Bonussteuer abstimmen können. Dies schlägt der Nationalrat vor. Er hat sich am Dienstag mit 100 zu 87 Stimmen bei 2 Enthaltungen dafür ... mehr lesen
Eine Bonussteuer - ja oder nein?
Bern - Das Stimmvolk soll über eine ... mehr lesen
Bern - Im Ringen der Räte um die ... mehr lesen
Die Diskussionen um die Abzocker-Initiative halten weiterhin an.
Ständerat.
Bern - Der Ständerat hat am Montagabend die Debatte über den indirekten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative aufgenommen. Ziel von Initiative und Gegenvorschlag ist es, die ... mehr lesen
Bern - Abzockern auf den Chefetagen ... mehr lesen 1
Kommissionspräsident Claude Janiak erklärte, die Rechte der Aktionäre weiter auszubauen.
Es ändert sich nichts
mit dem Passus, das die Aktionäre die Vergütungen konsultativ abstimmen lassen können, hat man der Initiative einen der wichtigsten Zähne gezogen.
Konsultative Abstimmungen gibt es heute schon zur Genüge und selbst bei einem negativen Ergebnis würde ein VR darüber nur müde lächeln und weiterhin Abzockerlöhne und Vergütungen auszahlen. Das ist die Realität.

Die Rechtsbürgerichen haben mit der "Behandlung" dieser Initiative gezeigt was sie von direkter Demokratie halten.
Nämlich gar nichts, wenn es nicht nach deren Gusto läuft. Typisch.
und nun sofort vors Volk damit!
Nun wäre noch interessant zu wissen, wann das Fussvolk darüber befinden darf, nachdem diese Zangengeburt 4 Jahre in Anspruch genommen hat.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte weit entfernt: So weit wie der Nationalrat will die kleine Kammer der Wirtschaft nicht entgegenkommen. mehr lesen  
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene vorwärts zu machen. Die Mitglieder ... mehr lesen
Der Bundesrat müsse dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt mache.
Die Zustimmung zur Pro-Service-public-Initiative ist gesunken.
Zustimmung bröckelt  Bern - Bei der Pro-Service-public-Initiative, die von Bundesrat und allen Parteien im Parlament bekämpft wird, zeichnet sich ein offenes Rennen ab. ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 10°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 7°C 11°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 7°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 8°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 3°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten